Verallgemeinerung vs. Anekdote

Mein heutiger Artikel ist ausgefallen. Ersatzlos gestrichen. Obwohl er eigentlich fertig war wollte ich ihn dann nicht mehr haben. Zumindest nicht in der von mir verfassten Form.

Ich verallgemeinere gerne. Manchmal neige ich sogar dazu Verallgemeinerungen noch weiter zu verallgemeinern. Verallgemeinerungen dienen mir dazu die Sicht auf ein Problem oder eine Situation von persönlichen Ansichten zu bereinigen und einer Aussage zu mehr Objektivität zu verhelfen.

Jetzt fordert mich Elmar in einem Kommentar auf:

Danke, wenn du Lust hast (oder hast) du es schon getan, dann schreib doch bitte noch mal etwas mehr darüber, warum du nicht als Maskulist gelten möchtest.

Aber auch Stephan Fleischhauer schreibt beim Geschlechterallerlei:

Was ich an der “männlichen Diskussionskultur” vielleicht noch kritisieren würde, ist die reichlich schnelle Neigung zur Abstraktion (evilmichi nannte ja schon Verallgemeinerungen) und eine gewisse Abneigung gegen Anekdotisches. Andereseits können hier Frauen vielleicht auch von den Männern lernen.

GrauBlau schließt daraus:

Sehr guter Punkt! Ich meine sogar, nachdem ich all die verschiedenen Hintergründe gelesen habe, dass es ohne die persönliche Perspektive nicht geht. Falsch wäre dann, aus den eigenen Erfahrungen wiederum allgemeingültige Regeln aufzustellen.

In einer Hinsicht muss ich den Aussagen völlig Recht geben. Eine persönliche Anekdote hilft sehr die Beweggründe hinter einer Aussage nachzuvollziehen. Es erleichtert dem Leser den Blickwinkel des Autors einzunehmen.

Aber gerade bei so polarisierenden Themen wie dem Verhältnis der Geschlechter zueinander birgt eine solche Anekdote auch eine nicht unerhebliche Gefahr. Man offenbart damit eine deutliche Blöße und bietet eine nicht zu verachtende Angriffsfläche.

Mit feminismuskritischen Artikeln bewege ich mich derzeit deutlich gegen den Mainstream. Gerade in unseren Leitmedien wird Kritik nur versteckt vorgebracht und häufig im gleichen Satz relativiert. Die Gefahr als Frauenfeind denunziert zu werden ist nicht unerheblich. Verallgemeinerungen bieten hier eine Art Schutzraum weil sie Platz für andere Erfahrungen lassen.

Ich möchte persönliche Erfahrungen unterbringen. Gerne auch Erfahrungen in denen ich selbst falsch gehandelt habe. Nur wie soll sich das sinnvoll bewerkstelligen lassen?

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