dieStandard – Symptome des Todeskampfes?

Erst vorgestern gab es bei Genderama den Hinweis, dass dieStandard vor dem Aus steht. Ein bisschen unterschwellige Häme inbegriffen. Den Verlust eines feministischen Kampfblattes, dass selbst unter den Leserinnen Proteste provoziert, scheint verschmerzbar zu sein.

Da stolpere ich gestern über einen Artikel mit dem Titel: Genderunterschiede in der medizinischen Praxis unterschätzt

Gender und Medizin? Da kann doch nur die Forderung nach weiteren wichtigen Sonderbehandlungen für Frauen dahinter stecken. Weit gefehlt!

Frauen haben in der Nephrologie, Urologie oder Kardiologie oft schlechtere Behandlungsergebnisse als Männer und werden teilweise falsch oder nicht Leitlinien konform behandelt, bei Männern Osteoporose oder Depressionen häufig nicht erkannt.

Ja! Da werden tatsächlich auch Probleme der Männer angesprochen. Gerade die häufig unterschätzte Depression.

Wie vulnerable Lebensphasen Männer und Frauen auf verschiedene Weise prägen, zeige die Tatsache, dass die Lebenserwartung der Frauen in Österreich zwar um fünf Jahre höher ist als jene von Männern, Frauen aber anteilsmäßig weniger gesunde Lebensjahre verbringen als Männer.

Hey! Es ist immer noch dieStandard.

Frauen und Männer haben unterschiedliche Stärken und Schwachpunkte. Daher spielt Gender Medicine nicht nur in der Urologie und Gynäkologie, sondern für viele andere Disziplinen und vor allem für die Allgemeinmediziner eine wichtige Rolle.

Das klingt im Zusammenhang mit Gender doch recht vernünftig.

Wenn ich insgesamt von der Tatsache absehe, dass es sich hier offensichtlich nicht um das soziale Geschlecht sondern um das biologische (sex) handelt bin ich angenehm überrascht. Vielleicht ja wirklich eine Folge der Kürzungen?

Ich habe ja auch irgendwie die romantische Vorstellung, dass selbst feministische Betonköpfe irgendwann die Zeichen der Zeit begreifen. Brachiale Medien-Gewalt führt nicht zwingend zum erwünschten Ziel.