Reproduktionskontrolle – Ein Frauenprivileg?

Verhütungsmethoden gibt es viele. Onmeda kennt insgesamt 29 Verschiedene. Freilich sind nicht alle sicher oder für sich alleine zu empfehlen. Von den vorgestellten Methoden eignen sich genau 3 für Männer:

  1. Vasektomie (0,1)
  2. Kondom (0,2 – 4)
  3. Coitus interruptus  (4-18)

Es gibt natürlich einen einfachen Grund für dieses Ungleichgewicht. Eine Frau produziert pro Monat ein befruchtungsfähiges Ei. Männer pro Sekunde circa 1200 Spermien. Pro Samenerguss werden zwischen 40.000.000 und  900.000.000 Spermien abgegeben. Die aus medizinischer Sicht deutlich einfachere Aufgabe dürfte damit klar sein. Bereits ein einziges erfolgreiches Spermium reicht für eine Befruchtung.

Situation

Nach einer Studie des Guttmacher-Institutes ist in der USA jede 2. Schwangerschaft ungewollt.  Beim Arbeitskreis Lebensrecht ist von 30%  ungewollter Schwangerschaften (2003) die Rede. Das Schreckgespenst von der »Zwangsvaterschaft« scheint gar nicht so unrealistisch.

One-Night-Stand

Für den One-Night-Stand mit flüchtigen Bekanntschaften sollte sich jeder Mann strikt an das Kondom halten. In so einem Fall fehlt schlicht die Vertrauensbasis und das Risiko von Geschlechtskrankheiten ist nicht zu unterschätzen. Man sieht Frauen einfach nicht an ob sie zuverlässig verhüten oder im Fall einer ungewollten Schwangerschaft das Kind austragen werden. Was wie eine Anklage an die Frauenwelt klingt ist tatsächlich aber keine. Männern fehlt ab dem Moment des Samenergusses jedes Mitspracherecht. Im günstigsten Fall dürfen wir Männer noch unsere Meinung und Einstellung mitteilen. Die Entscheidung für eine Notfallmaßnahme wie der Pille Danach oder einen Schwangerschaftsabbruch treffen Frauen ganz alleine.

Als Begründung muss Safer Sex völlig reichen.

Beziehung

Man kennt sich, hegt Gefühle füreinander und vertraut sich. Wirklich? Beim Thema Pille für den Mann bekommt man regelmäßig zu hören und lesen, dass Frauen ihren Männern nicht trauen würden. Sie möchten sich nicht darauf verlassen, dass er regelmäßig seine Hormone schluckt. Selbst bei längerfristig wirkenden Präparaten  wird Männern nicht vertraut. Schließlich liegt das Risiko ja bei der Frau. Sie muss einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen oder ihr Leben ändern. Die oft überdramatisierten Todesfolgen von circa 0,005% in Industrienationen wie Deutschland nicht zu vergessen.  Auf ihn kommen im günstigsten Fall Zahlungen von 79.704€ nach Düsseldorfer Tabelle 2013/14 über 18 Jahre zu. Inflationsausgleich, Sonderkosten und Betreuungsunterhalt nicht eingerechnet.

Vertrauen ist offensichtlich eine Sache für sich. Was soll man der Partnerin antworten wenn sie vorschlägt das Kondom in Zukunft weg zu lassen? Schließlich nimmt sie ja die Pille und beide wären frei von Geschlechtskrankheiten. Der Frau in so einer Situation ins Gesicht zu sagen man vertraue ihr nicht? Oder vielleicht den Verdacht erregen man hätte sich andernorts eine Krankheit eingefangen? Davon abgesehen kenne ich niemand der allen ernstes behaupten würde – Sex mit Kondom mache mehr Spaß als ohne.

Ich mag Kondome nicht. Über die Gründe könnte ich einen eigenen Artikel schreiben. Ich sehe aber schlicht keinen Grund mich zu rechtfertigen. Umgekehrt würde ich aber auch keine Rechtfertigung einer Frau erwarten wenn sie die Pille ablehnt. Dabei ist mir durchaus klar, dass die Pille zum Teil erhebliche Nebenwirkungen verursachen kann. Eine für das gemeinsame Liebesleben besonders gravierende Nebenwirkung ist die zwischen 300 und 700% erhöhte Blutkonzentration des Eiweiß-Körpers SHGB. SHGB bindet das Sexualhormon Testosteron an sich und blockiert damit dessen Wirkung. Chronische Sex-Unlust ist die Folge. Natürlich ist die Pille für mich als Mann die bequemste Alternative und ein echtes Bewusstsein für die Konsequenzen muss man sich selbst aneignen.

Konsequenzen

Für Frauen bieten sich einige interessante Alternativen. Zum Beispiel ist die Symptothermale Methode (0,3) gänzlich frei von Hormonen und 100% natürlich. Der entscheidende Nachteil ist der deutlich höhere Aufwand sowie die größere Gefahr von Anwendungsfehlern. Allerdings gibt es Verhütungscomputer und Apps um die Anwendung zu unterstützen. Deutlich komfortabler ist die, ebenfalls hormonfreie, Kupferspirale (Intrauterinpessar) (0,5 – 2,7). In Kombination mit geeigneten Spermiziden dürfte die Sicherheit ebenfalls die der Pille erreichen. Nebenwirkungen gibt es allerdings auch hier.

Alternativen für Männer werden seit Jahrzehnten gesucht. Alle paar Jahre gibt es in den Medien vielversprechende Artikel. Regelmäßig finden sich dann auch Meldungen warum es mit der Pille für den Mann nun doch nicht klappt. Interessant in diesem Zusammenhang ein Interview mit Professor Nieschlag beim Spiegel.

Die Gynäkologen fürchten schlicht Konkurrenz. Die Urologen wiederum haben Angst, dass die lukrativen Vasektomien durch die Pille für den Mann ins Hintertreffen geraten könnten. Das sind nicht nur Behauptungen von mir, das lässt sich belegen.

Und dann sind da natürlich noch die Pharmakonzerne die sich ungern selbst Konkurrenz machen wollen. Von der Angst vor neuen Klagen wegen neuer Nebenwirkungen ganz zu schweigen. Wenn ich mir die Nebenwirkungen der Antibabypille so ansehe kann ich das durchaus verstehen.

Ein weiterer unerwünschter Nebeneffekt ist die Anreicherung der ausgeschiedenen Hormone im Trinkwasser. Unsere Kläranlagen besitzen keine Möglichkeit diese herauszufiltern. Damit wird beispielsweise die schwindende Spermienproduktion bei Männern in Verbindung gebracht. Das klingt auch deshalb überzeugend, das die Pille für den Mann unter anderem auf, in der Antibabypille ebenfalls genutzten, Gestagene basiert.

Vielversprechende Alternative

Vasalgel

Eine hochinteressante Alternative scheint das Vasalgel zu sein. Dabei handelt es sich um ein Polymer-Gel das in die Samenleiter injiziert wird. Die Funktionsweise ist mit der einer Vasektomie vergleichbar und damit voraussichtlich ebenso sicher. Das Vasalgel basiert auf einem jahrzehntelang erforschten indischen Präparat Namens RISUG. Der Eingriff dauert circa 10 Minuten. Das war’s für bis zu 10 Jahre. Das Präparat kann auf Wunsch jederzeit ausgespült werden.

Zwölfmonatige Tierversuche an Hasen wurden bereits erfolgreich abgeschlossen. Aktuell sammelt die Parsemus Foundation Gelder um den entscheidenden Test an Pavianen noch 2014 starten zu können. Die letzte Hürde bevor Studien an Menschen gemacht werden können.

Das Interesse von Pharmakonzernen hält sich in Grenzen, da mit solchen Langzeitpräparaten nicht viel Geld verdient werden kann und der Verkauf der Antibabypille deutlich lukrativer ist.

Ohne Spenden wird das Projekt zum scheitern verurteilt sein.

Clean Sheets Pill

Die Clean Sheets Pill  ist ein ebenso interessante Projekt und krankt an der Finanzierung. Interessant ist das Präparat insbesondere deshalb weil es verhindert, dass Spermien abgegeben werden. Der dadurch erzeugte trockene Orgasmus wäre eine optimale Ergänzung um das Infektionsrisiko mit HIV einzudämmen. Dem Projekt fehlen derzeit $300.000 für eine Studie an Schafböcken.

Die größte Schwierigkeit liegt in der vermuteten niedrigen Akzeptanz: »Fühlt sich ein Mann ohne Ejakulat noch als Mann obwohl sich der Orgasmus genauso anfühlt?«

In Form einer Pille reicht eine Einnahme 2-3 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr. Die Wirkung hält dann zwischen 16 und 24 Stunden an. Möglich ist auch eine permanente Version als Implantat.

Fazit

Bei zwischen 30 oder gar 50% unerwünschten Schwangerschaften dürfen wir Männer uns nicht ausschließlich auf Frauen verlassen. Wir brauchen vergleichsweise komfortable Möglichkeiten um die Kontrolle über eine selbstbestimmte Reproduktion zu erhalten. Um das zu erreichen ist öffentlicher Druck notwendig. Es liegt an uns vielversprechende Projekte bekannt zu machen und zu unterstützen. Ebenso liegt es an uns jungen Männern die Konsequenzen für ihr eigenes Leben klar zu machen. Politische aber auch wirtschaftliche Interessen arbeiten dabei gegen uns. Selbstverantwortliche Verhütung für den Mann bedeutet für uns vor allem eines: Freiheit

Wir haben unser ganzes Leben dafür gekämpft, die Entscheidung für oder gegen Kinder in der Hand zu haben. Meinen Sie, wir werden das aufgeben?

Betty Friedan

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Ehegattensplitting = Diebstahl an Frauen?

Dieser Artikel erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Fehlerfreiheit. Es findet keine qualifizierte Rechtsberatung statt.

Das Ehegattensplitting ist eine Option im Steuerrecht für Ehegatten und in den meisten Bundesländern für Partner in eingetragenen Lebenspartnerschaften. Da das Urteil des Bundesverfassungsgerichts 2013 noch nicht gesetzlich umgesetzt wurde gehe ich nicht weiter auf eingetragene Lebenspartnerschaften ein.

Relevant ist hierfür EStG §26b der besagt:

Bei der Zusammenveranlagung von Ehegatten werden die Einkünfte, die die Ehegatten erzielt haben, zusammengerechnet, den Ehegatten gemeinsam zugerechnet und, soweit nichts anderes vorgeschrieben ist, die Ehegatten sodann gemeinsam als Steuerpflichtiger behandelt.

Hervorzuheben ist dabei, dass kein Ehepartner gezwungen wird diese Option zu wählen, da nach EStG §26 Abs. 2 die Wahl für den Veranlagungszeitraum von beiden Ehegatten getrennt bei der Steuererklärung getroffen wird.

Entscheidend für die heutige Gestaltung des Splittings war insbesondere die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts 1957. Nachfolgend einige Auszüge (Hervorhebung durch mich):

Die Aufhebung der Zusammenveranlagung würde – so wird gesagt – eine ungerechte Benachteiligung der Familien bedeuten, in denen die Hausfrau und Mutter einem marktwirtschaftlichen Erwerb nicht nachgeht oder nicht nachgehen kann. Es ist nicht einzusehen, inwiefern die Familie mit nur einem Einkommensbezieher gerade gegenüber den Ehegatten, die beide Einkommen haben, ungerecht benachteiligt sein soll

 

Wie bereits oben dargelegt, ist Art. 6 Abs. 1 GG im Sinne der klassischen Grundrechte ein Bekenntnis zur Freiheit der spezifischen Privatsphäre für Ehe und Familie; es entspricht damit einer Leitidee unserer Verfassung, nämlich der grundsätzlichen Begrenztheit aller öffentlichen Gewalt in ihrer Einwirkungsmöglichkeit auf das freie Individuum. Aus diesem Gedanken folgt allgemein die Anerkennung einer Sphäre privater Lebensgestaltung, die staatlicher Einwirkung entzogen ist. Zu dem Gehalt solcher privaten Entscheidungsfreiheit der Ehegatten gehört auch die Entscheidung darüber, ob eine Ehefrau sich ausschließlich dem Haushalt widmet, ob sie dem Manne im Beruf hilft oder ob sie eigenes marktwirtschaftliches Einkommen erwirbt. Das zur Rechtfertigung der Zusammenveranlagung angeführte Ziel, die erwerbstätige Ehefrau „ins Haus zurückzuführen“, entspricht einer bestimmten Vorstellung von der besten Art der Ehegestaltung.

 

Die Untauglichkeit des sogenannten Edukationseffektes zur Rechtfertigung der Zusammenveranlagung folgt ebenso aus dem Grundsatz der Gleichberechtigung der Geschlechter (Art. 3 Abs. 2 und 3 GG). Das Grundgesetz geht davon aus, daß die Gleichberechtigung mit dem Schutz von Ehe und Familie vereinbar ist, so daß auch die Gesetzgebung nicht von einem Widerspruch beider Prinzipien ausgehen darf. Zur Gleichberechtigung der Frau gehört aber, daß sie die Möglichkeit hat, mit gleichen rechtlichen Chancen marktwirtschaftliches Einkommen zu erzielen wie jeder männliche Staatsbürger. Die erwerbswirtschaftliche Tätigkeit der Frau von vornherein als ehezerstörend zu werten, widerspricht nicht nur dem Grundsatz, sondern auch dem Wortlaut des Art. 3 Abs. 2 GG. Die Zweckrichtung des Gesetzes, die Ehefrau von marktwirtschaftlicher Tätigkeit zurückzuhalten, ist ungeeignet, die Zusammenveranlagung zu rechtfertigen.

 

Diese schafft nach der Art der Einkünfte eine Ungleichheit innerhalb der Gruppe der Verheirateten; denn nur wenn die Frau Lohnempfängerin ist, wird getrennt veranlagt, bei allen anderen Einkommensarten der Frau zusammen (Frage der Verletzung des Art. 3 Abs. 1 GG). In der Bestimmung liegt außerdem eine ungleiche Behandlung nach dem Geschlecht: nur wenn die Frau Lohnempfängerin ist, wird getrennt veranlagt, ist der Mann Lohnempfänger, wird zusammen veranlagt.

Die aktuelle Form des Ehegattensplittings wurde also eingeführt um Lebensgestaltung innerhalb der Familie dem Einfluss des Gesetzgebers zu entziehen. So kann sichergestellt werden, dass Ehepartner mit Alleinverdiener steuerlich identisch behandelt werden wie Ehepartner mit Doppeleinkommen. Somit sind die Bedingungen erfüllt um in jeder Ehe unabhängig von der individuellen Aufgabenverteilung als steuerrechtliche Einheit zu behandeln. Daher stellt das Splitting einen Ausgleich für einen ansonsten gegebenen Nachteil dar.

Der Gedanke des Splittings liegt insbesondere darin begründet die Ehe als wirtschaftliche Einheit zu begreifen da mit einer Eheschließung weitreichende gegenseitige Verpflichtungen der Partner einhergehen. Unabhängig von Kinder betrifft das insbesondere das Unterhalts- als auch das Rentenrecht. Mit einer Abschaffung der wirtschaftlichen Einheit müsste auch die Abschaffung der ehelichen Solidaritätspflicht einhergehen. Ebenso erleichtert das Splitting Entscheidungen zugunsten eines gemeinsamen Wohnortes und damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sollte einer der Ehepartner eine deutlich besser bezahlte Stelle erhalten die nur durch einen Umzug angenommen werden kann.

Kritik

Kritiker führen ins Feld, dass das Ehegattensplitting insbesondere Frauen dazu verführen würde auf ein eigenes Einkommen zu verzichten oder nur eine geringfügige Beschäftigung anzunehmen da hier rechnerisch der größte Vorteil läge. Das ist insofern falsch, da sich die Vorteile aus Sozialleistungen wie der Familienversicherung sowie der  den gesetzlichen Regelungen zu Mini-Jobs ergeben. Zusätzlich können sich Vorteile beim erreichen der Beitragsbemessungsgrenze ergeben. Diese liegen aber ebenfalls nicht im Steuerrecht sondern in den Regelungen zu Kranken- und Rentenversicherung begründet.

Ein weiterer Punkt ist die Kritik am schrumpfenden Vorteil in Relation mit der Anzahl der Kinder. Allerdings handelt es sich beim Splitting nicht um eine Familien- oder Kinderförderung sondern, wie bereits erwähnt, um einen Ausgleich von potentiellen steuerlichen Nachteilen. Für die Entlastung von Familien mit Kindern gibt es im Steuerrecht das Kindergeld bzw. den Kinderfreibetrag.

Fazit

Das Ehegattensplitting verliert zunehmen seine Relevanz je mehr sich die Einkommen in ihrer Höhe angleichen. Eine Abschaffung würde auch das Ende der traditionellen Rollenverteilung bedeuten. Von einem Diebstahl an Frauen kann deshalb auch keine Rede sein. Wie auch wenn es aus steuerrechtlicher Sicht keinen Unterschied macht welcher Partner der Haupternährer ist oder wer von beiden einen Einkommenszuwachs zu verzeichnen hat. Das Ehegattensplitting muss also als Werkzeug für die individuelle freie Rollenverteilung innerhalb der Ehe begriffen werden.

An dieser Stelle Danke an homo oeconomicus für die vielen hilfreichen Stichworte.

Das F-Wort – Nachtrag zum heutigen Blogpost

Genderama verlinkt auf einen Artikel auf mokant.at der thematisch zu meinem Blogpost von heute passt.

Ich weiß ja nicht wie das in Österreich ist. Hier in meiner Region verstehe ich als das F-Wort nicht Feminismus sondern schlicht fuck. Alleine die Umschreibung erinnert mich ein wenig an spießige Filme aus der Mitte des letzten Jahrhunderts. Also aus meiner Sicht erweisen sich die Damen damit einen Bärendienst.

Rebecca Steinbichler schlägt mit ihrem Artikel in die gleiche Kerbe wie Frau Sybille Hamann. Das böse Patriarchat wehrt sich mit allen Mitteln gegen die Heilslehre des Feminismus.

Auch die Schauspielerin Susan Sarandon möchte sich vom Feminismus abgrenzen, da viele Menschen dabei „an eine Horde kreischender Tussis“ denken würden, „nur weil du gleiche Bezahlung, Rechte, Bildung und Krankenfürsorge forderst.“

Ja schon irgendwie zurecht möchte man meinen. Der Gender Pay Gap ist eine Zahl die sich bei genauem hinsehen bis auf die Fehlertoleranz bereinigen lässt. Frauen besitzen, zumindest in Deutschland, längst alle Rechte der Männer. Umgekehrt sieht es mit der Gleichberechtigung deutlich schlechter aus. Jungs sind nachweislich die Bildungsverlierer und die Krankenfürsorge für Frauen ist deutlich weiter als die für Männer. Ja man fragt sich: Was wollen die eigentlich noch?

Die Bewegung steht für Gleichstellung, hinterfragt vieles kritisch und hat bereits wichtige Errungenschaften wie das Wahlrecht für Frauen erkämpft. Ich kenne niemanden, der sich bewusst gegen diese Ideale stellen würde.

Gleichstellung ist nicht Gleichberechtigung und daher als unsozial abzulehnen. Und ich hege ernsthafte Zweifel ob das Wahlrecht für Frauen tatsächlich eine Errungenschaft der Frauenbewegung ist oder einfach nur eine konsequente Entwicklung der damaligen Gesellschaft. Einen Einfluss möchte ich allerdings durchaus anerkennen.

Es ist ungemein wichtig, dass auch Männer die Stimme ergreifen, da sie am längeren Ast sitzen und deshalb mehr Einfluss haben. In Österreich habe ich das in dieser Form noch nicht erlebt.

Für die eigene Entrechtung kämpfen? Finde ich nicht so überzeugend und attraktiv.

Darin kritisiert die Bloggerin Anita Sarkeesian die Darstellung feministischer Charaktere in Film, Fernsehen und Popkultur. Diese seien meist „gezielt übertriebene feministische Karikaturen“ mit groben Vereinfachungen, Falschdarstellungen und Stereotypen.

Ich kritisiere die gezielt übertriebene Darstellung von Männern als Gewalttäter und Wurzel allen Übels. Im Gegensatz zu den karikierten Feministinnen wird das von der breiten Bevölkerung aber für bare Münze genommen.

Nicht nur Männer, sondern auch viele Frauen hätten ein solches Bild von Feministinnen, wodurch auch ein Keil zwischen Frauen getrieben werde: „Wir kämpfen nicht mehr füreinander und werden argwöhnisch: Haben wir jetzt eine Emanze vor uns oder eine ‚normale’ Frau?“

Dass sich diese Frage überhaupt stellt, beweist für Harrer die Wirksamkeit des Strohfeminismus. Auf eine Art, meint sie, könne man das sogar mit der mittelalterlichen Hexenverfolgung vergleichen

Systematische Hetzjagden auf Feministinnen mit anschließender Reinigung auf dem Scheiterhaufen. Der Vergleich mit Juden wäre vermutlich zu auffällig gewesen? Ich verstehe langsam warum Opfer-Abo das Unwort des Jahres 2012 war.

Für die Kulturwissenschaftlerin ist Straw Feminismus also ein Mythos, der dazu dient, die Bezeichnung Feminismus negativ aufzuladen: „Die Grundlage dafür ist, dass von einer Welt ausgegangen wird, in der alle bereits gleichberechtigt sind.“ Dies sei in der westlichen Gesellschaft zwar auf der rechtlichen Ebene bereits der Fall, jedoch nicht auf der sozialen.

Tja äh – nein! Auf rechtlicher Ebene sind Männer nicht gleichberechtigt und sozial schon gleich zwei mal nicht. Alleine dadurch entbehrt die feministische Selbstsicht für Gerechtigkeit zu kämpfen jeglicher Glaubwürdigkeit.

In ihrem Video spricht auch Anita Sarkeesian davon, dass sie junge Frauen oft sagen höre: ‚Ich glaube an Gleichberechtigung, bin aber keine Feministin!’

Ich möchte an dieser Stelle diesen Frauen danken. Ihr stärkt meinen Glauben an eine gleichberechtigte Zukunft. Ein faires Miteinander ist auch ohne totalitäre Ideologie möglich. Ich möchte euch sogar ermutigen zu sagen: »Ich glaube an Gleichberechtigung, und bin deshalb keine Feministin!«

Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass Feminismus kein Label ist, das nur Frauen beschreibt, sondern vielmehr das gelebte Bewusstsein von Gleichgerechtigkeit. Jeder Mensch kann sich damit identifizieren – egal ob männlich oder weiblich.

Ok – es ist für euch wichtig. Ich verstehe es aber nicht! Eine Ideologie die rücksichtslos gegenüber Jungen und Männer agiert während sie Privilegien für Frauen fordert hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Aber vielleicht erbarmt sich ja doch mal eine Feministin, entgegen der eigenen Doktrin, und erklärt mir warum ich mir das Label Feminismus anheften soll und vor allem was daran erstrebenswert ist.

Ich frage mich gerade ernsthaft ob wir es mit einem anti-feminismuskritischen Backlash zu tun haben. Der Kampfbegriff Feminismus verliert zunehmend an Glanz und immer mehr Menschen stören sich an den Widersprüchen zwischen Anspruch und Realität. Getreu feministischen Denkens liegt die Schuld natürlich nicht im Feminismus selbst begründet sonder kann nur durch übermächtige und unterdrückende Kräfte hervorgerufen worden sein. In dem Zusammenhang habe ich eher das Gefühl es mit kleinen Kindern statt mit starken und selbstbewussten Frauen zu tun zu haben.

Feministisch im Sinne der Anklage

Bereits Anfang März titelte Sybille Hamann in Die Presse: Sie reden wie eine, Sie leben wie eine? Dann sind Sie eine!

Und selbstverständlich handelt es sich um eine Liebeserklärung an den Feminismus und bläst zur Jagd auf das Patriarchat.

Freilich handelt es sich dabei um eine österreichische Tageszeitung. Auch wenn in Österreich sicher viele Dinge gleich oder zumindest ähnlich wie in Deutschland laufen sind die Rahmenbedingungen im Detail unterschiedlich. Die Positionen von Männern und Frauen dürften aber im Großen und Ganzen die gleichen sein.

Der Kommentar hat meiner Meinung nach aber Pfeffer. Und ich glaube genau aus diesem Grund ist er mir lange nicht aus dem Kopf gegangen.

Kommentiert

Es gibt viele dieser Frauen. Sie kennen sicher eine. Vielleicht sind Sie sogar selbst eine. Sie sagen: „Also Feministin bin ich keine, aber…“. Was nach „aber“ kommt, ist meist recht vernünftig.

Hin und wieder werden an dieser Stelle sicher vernünftige Aussagen zu finden sein. Meistens aber handelt es sich, um den Erwartungen gerecht zu werden, um feministische Positionen. Aussagen nach dem Schema deuten fast immer darauf hin, dass eine eindeutige Position relativiert werden soll.

Das ist, bei genauerer Betrachtung, eine paradoxe Unterscheidung. Denn was ist Feminismus anderes als genau dieses: Gleichberechtigung zu wollen. Sich aus Geschlechterklischees zu lösen. […]

Wenn man dieser romantischen Vorstellung vom Feminismus zustimmt handelt es sich tatsächlich um ein Paradoxon. »Ich bin kein Menschenrechtler, aber Menschenrechte find ich gut!«

Seit Jahrzehnten schon arbeiten jene, die sich von emanzipierten Frauen bedroht fühlen, eifrig daran, das F-Wort zu beschmutzen. […] Und was hat man Feministinnen nicht alles angedichtet, um sie in der öffentlichen Wahrnehmung zu Schreckschrauben zu machen?

Ähm… Opfer-Abo? Aus menschlicher Sicht kann ich den Frust gut verstehen. Da ich ja entgegen dem Mainstream für Männerrechte argumentiere bin ich natürlich ein Maskutroll und gehöre mindestens der rechten Szene an. Und natürlich bin ich einer von den Ewiggestrigen.

Diese Taktik geht so: Bleibst du dem F-Wort fern, wirst du belohnt – denn du hast „so etwas“ ja nicht notwendig. Streifst du hingegen an, wirst du bestraft. Dann lieben wir dich nicht mehr.

Wer sich feministische »Hoheitsabzeichen« auf die Jacke näht muss damit rechnen dem Feminismus zugerechnet zu werden. Ich habe auch so meine Zweifel von überzeugten Feministinnen geliebt zu werden.

Hieran kann man trefflich ablesen, wie Machterhalt funktioniert. Wie kreativ und perfide Männer sein können, wenn es darum geht, Bastionen zu verteidigen.

Ich mach mir die Sache jetzt einfach. »Hieran kann man trefflich ablesen, wie Machterhalt funktioniert. Wie kreativ und perfide Frauen sein können, wenn es darum geht, Bastionen zu verteidigen.« Ganz schön flach – ich weiß. Ich werde bei der nächsten Patriarchats-Versammlung eine neue Strategie vorschlagen.

Anders ist das beim zweiten Problem. Das ist ein semantisches. Wörtlich genommen, führt der Feminismus nämlich nur das Femininum im Namen und transportiert damit eine Botschaft: Das Thema hat ausschließlich mit Frauen zu tun.

Das empfinde ich jetzt nicht so sehr als ein Problem. Wir alle haben nur begrenzt Zeit, Energie und Ressourcen. Ich kann es daher keiner Frau übel nehmen wenn sie sich für die Belange von Frauen einsetzt. Ich bin der Überzeugung, dass wir Menschen alle überwiegend opportunistisch denken und handeln. Das fördert auch die Meinungsvielfalt und hält eine demokratische Gesellschaft am Leben.

Die Emanzipation aus den Geschlechterrollen und die Neuverteilung von Aufgaben wird nicht gelingen, indem eines der beiden Geschlechter sich verändert und das andere bloß dabei zuschaut. Gleichberechtigung ist kein Zuschauersport.

Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Die entscheidende Frage ist dabei aber welches Geschlecht sich tatsächlich verändert und welches nur Zuschauer spielt. Der Tenor lautet doch vielerorts: Männer müssen sich verändern und Frauen sind einfach die besseren Menschen.

So gesehen wäre es vielleicht tatsächlich an der Zeit, für Feminismus ein neues Wort zu suchen. Eines, in dem sich beide Geschlechter wiederfinden. Bei dem Männer und Frauen sich gleichermaßen angesprochen fühlen.

Wir geben dem Kind einen anderen Namen und alles wird gut? So funktioniert das mit Ideologien leider nicht. Es gibt wohl einige Strömungen die durchaus kooperativ erscheinen und versuchen sich mit Zusätzen abzugrenzen. Aber sie wissen ja: Sie reden wie eine, Sie leben wie eine? Dann sind Sie eine!

Der Titel polarisiert einfach. Unentschlossene und Abweichler werden zur Räson gerufen um sich dem Kampf offen anzuschließen.

Konsequenzen

Wo nur Feminismus drauf steht ist auch nur Feminismus drin. Es spielt, realistisch betrachtet, keine Rolle ob der Inhalt noch genießbar oder bereits ungenießbar ist. Was nicht schmeckt wird nicht gekauft.

Ich sehe in, als feministisch deklarierten, Positionen für gewöhnlich kein Ansätze von Gleichberechtigung. Da geht es in aller Regel ausschließlich um sogenannte positive Diskriminierung oder Affirmative action. Diskriminierung bleibt trotz des euphemistischen Zusatzes positiv eben doch nur Diskriminierung.

Eine Ideologie die rücksichtslos die eigenen Forderungen vorantreibt und gute Werte wie Gerechtigkeit missbraucht um sich selbst als Leuchtfeuer und Heilbringer zu stilisieren ist nicht nur auf einem Auge blind. Forderungen, die weit von Wahlfreiheit entfernt, nur die eigenen Ideen und Ansichten für erstrebenswert halten sind nur eines – totalitär. Wie sonst könnte das Weltbild der besseren Menschen – Frauen – in Abgrenzung zu den an allem Übel schuldigen Männern ins Bild passen?

Ich habe kürzlich die Vermutung geäußert, dass sich Frauen vom Feminismus distanzieren weil sie, wenn auch unbewusst, die dahinter stehende Ideologie ablehnen. Ich halte Frauen für fähig fremde Meinungen zu reflektieren und ihre eigene Position zu beziehen. Entgegnet wurde mir darauf, dass Frauen vielleicht einfach nur spüren würden, dass Männer keine Feministinnen mögen. Also lieber nicht so deutlich positionieren um den Mann fürs Leben nicht zu vergraulen? Vermutlich ging es nicht um den Mann fürs Leben sondern einfach nur Männer als Adressat der eigenen Meinung. Das funktioniert natürlich nur wenn das Gesagte nicht trotzdem streng feministisch ist.

Ich bin davon überzeugt, dass Frauen und Männer an einen Tisch kommen müssen um Interessen abzuwägen und zu kooperativen Entscheidungen zu gelangen. Aber ich bezweifle, dass rein feministische oder auch revisionistische Positionen geeignet sind um zu einem Miteinander zu finden.

Ich selbst sehe mich nicht als Maskulist. Auch wenn ich, aus meiner Person selbst begründet, die Welt mit männlichen Augen sehe. Folglich setze ich mich für Männer- und Väterrechte ein. Ein persönliches Anliegen ist mir aber auch die Sicht auf Frauen und entsprechend Mütter. Jede Veränderung wird zwangsläufig einer Gruppe mehr nutzen und Andere einschränken. Gerade der Aspekt des Abwägens wird leider viel zu oft ignoriert. Für tragfähige Lösungen brauchen wir Antworten und insbesondere auf die Frage der eingeschränkten Gruppen: »Was habe ich davon?«

Mir persönlich ist es auch völlig gleichgültig wer etwas sagt. Wichtig ist meiner Ansicht nach was gesagt wird. Und in gleichem Maße müssen wir alle Verantwortung für unser Tun und Handeln übernehmen. Wer glaubt, Männer würden langfristig die Verantwortung für jede weibliche Befindlichkeit übernehmen – der irrt. Den von starken selbstbewussten Frauen erwarte ich schlicht und ergreifend, dass sie das selbst übernehmen. Und wahrlich starke und selbstbewusste Frauen werden auch ohne mit der Wimper zu zucken sagen: »Was den sonst?«

So gilt es Rahmenbedingungen zu finden die kooperatives Verhalten belohnen und dadurch selbst für fairen und gerechten Ausgleich der Interessen sorgen. Ich persönlich möchte nicht einfach bewährte Rollenstereotypen gegen neue und offensichtlich untaugliche eintauschen. Ich will Raum für die traditionelle Familie aber auch die Freiheit ein gänzlich anderes Lebensmodell zu wählen. Aber dieser Traum wird sich nicht mit feministischen Unterstützungsgesuchen umsetzen lassen. Dazu braucht es tatsächlich starke Frauen die selbstverantwortlich im Leben stehen ohne auf Quoten und Alimentierung angewiesen zu sein.

Haupternährer Mann!?

Nachdem ich gestern einige Überlegungen zur typischen Berufswahl von Frauen angestellt habe möchte ich heute einen Blick auf die Erwerbsarbeit in Familien werfen. Als Basis dazu dienen mir die Ergebnisse des Mikrozensus 2012 des Statistischen Bundesamts. Mir geht es dabei vorrangig um Familien in denen beide Elternteile zusammen leben.

Haupternährer und Alleinverdiener

Als Haupternährer sind Menschen die überwiegend das Einkommen der Familie erwirtschaften zu verstehen. Die Rolle des Alleinverdieners stellt im traditionellen Modell das Gegenstück zu Hausfrau/-mann ohne eigene Erwerbstätigkeit dar.

Ist das überhaupt noch zeitgemäß?

Während die Rolle des Alleinverdieners 1996 von 40% der Väter erfüllt wurde waren es 2012 noch 29,4%. Der Anteil der Mütter stieg von 4,1% auf 5,3%. Da die Zahl der Paare ohne aktive Erwerbsarbeit von 5,8% auf 10,3% zulegte und der Anteil an Familien mit beiden arbeitenden Elternteilen ebenfalls ein Plus von 4,7% auf 54,9% zeigt lassen sich für die Entwicklung wirtschaftliche Gründe vermuten. Wobei die Erwerbstätigkeit von Müttern in den neuen Bundesländern allgemein etwas höher liegt als im Westen der Republik.

Quelle: destatis.de

Quelle: Statistisches Bundesamt

Die Rolle das Haupternährers ist bei Paaren aktueller als noch 1996. Während 1996 im gesamten Bundesgebiet noch bei 44,9% der Paare mit Kindern beide in Vollzeit tätig waren sank die Zahl 2012 auf gerade noch 25,2%. Gleichzeitig stieg der Anteil des Vollzeit-Teilzeit Modells mit Vätern als Haupternährer von 53% auf 69,9%.  Die Entwicklung fällt im Osten deutlicher aus als im Westen.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Quelle: Statistisches Bundesamt

Neben der Teilzeitbeschäftigung haben in den letzten Jahren sogenannte atypische Tätigkeiten an Bedeutung gewonnen. Dazu zählen vor allem befristete und geringfügige Beschäftigung sowie Teilzeit mit weniger als 20 Wochenstunden und Zeitarbeitsverhältnisse.  Besonders im Westen ist die Quote bei Müttern die mit dem Vater zusammen leben mit über 60% besonders hoch. Im Osten liegt der Wert mit knapp 30% deutlich darunter. Bei Vätern bewegt sich die Quote zwischen 8,9% und 18,6% und ist im Osten deutlich höher.

Update: Diese atypischen Tätigkeiten werden abhängig von der Wochenarbeitszeit aber auch unter Voll- und Teilzeit erfasst.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Quelle: Statistisches Bundesamt

Insgesamt lassen sich zwischen Osten und Westen deutliche Unterschiede in den Motiven für Teilzeit oder atypische Tätigkeiten feststellen. Westdeutsche Mütter gaben zu 84,7% persönliche oder familiäre Gründe deutlich häufiger als Mütter im Osten mit nur 52,4% an. Durch die höheren Arbeitslosenzahlen bedingt ist im Osten zu 29,9% der Grund eine fehlende Vollzeitstelle während im Westen gerade einmal 4,6% der Mütter diese Aussage trafen.

Während die Erwerbstätigenquoten bei Müttern insgesamt leicht steigen sinkt die Quote bei Vollzeittätigkeiten zugunsten Teilzeit oder atypischer Tätigkeit. Bei Vätern stieg der Anteil an Teilzeit um gerade mal 3,5% bei leicht sinkender Erwerbstätigenquote. Dabei ist dies nur bei 25,5% der Väter eine Entscheidung aus persönlichen oder familiären Gründen.

Die Hoffnung liegt ganz klar auf dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz seit dem 1. August 2013. Allerdings steigt die Anzahl der Mütter in Vollzeit erst dann deutlicher an wenn das jüngste Kind ein Alter von 10-14 erreicht. Die allgemeine Erwerbstätigenquote von Müttern nähert sich erst wieder mit einem Alter von 45 Jahren der Quote von Frauen ohne Kinder an. Ein leicht positiver Effekt kann also nur bei Müttern mit unter 3 jährigen Kindern erwartet werden. Das Betreuungsgeld könnte dem allerdings entgegen wirken und so die Auswirkung weiter reduzieren.

Fazit

Ich halte es für unwahrscheinlich, dass sich der Trend, mit den aktuellen gesetzlichen Vorgaben, in den nächsten paar Jahren ändern oder gar umkehren lässt. Zum einen scheint bei Müttern überwiegend der deutliche Wille zu mehr Arbeit zu fehlen und zum anderen ist die Vollzeitstelle der Väter oft notwendig um die finanziellen Belastungen überhaupt tragen zu können.

Die Zahlen deuten auf ein Zementieren des traditionellen Haupternährer-Modells durch die Väter hin sowie ein Scheitern der Versuche ein gleichberechtigtes Miteinander innerhalb von Familien zu ermöglichen. Einer der Gründe dürfte in den seit Jahren rückläufigen Reallöhnen zu finden sein. Ein anderer Grund liegt im offensichtlich weiterhin angespannten ersten Arbeitsmarkt.

Frauenberufe – wie kommts?

Einen ersten Überblick können wir uns leicht auf der Veranstalltungsseite des Boys’Day machen. Hier finden sich Berufe die von weniger als 40% Männern ausgeübt werden. Da finden sich Ausbildungsberufe wie Altenpfleger, Erzieher oder Fremdsprachenkorrespondent. Aber auch Studienberufe wie Pädagoge, Humanmediziner/Arzt oder Pharmazeut/Apotheker.

Die meisten Berufe beschäftigen sich mit Menschen, Sprachen oder Marketing. Also überwiegend  die Dinge für die sich, ganz stereotyp, Mädchen interessieren.  Interessant in diesem Zusammenhang sind auch die Girls’Day-Berufe. Das sind überwiegend Technische Berufe. Zwei Berufe fallen ein wenig aus dem Rahmen. Berufsfeuerwehrfrau und Rettungssanitäterin. Also typische »Helden-Berufe«.

Einen weiteren Einblick verschaffen uns die veröffentlichen Daten des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BIBB):

Top 10 2013 – Frauen

  1. Verkäuferin
  2. Kauffrau im Einzelhandel
  3. Bürokauffrau
  4. Medizinische Fachangestellte
  5. Zahnmedizinische Fachangestellte
  6. Industriekauffrau
  7. Friseurin
  8. Kauffrau für Bürokommunikation
  9. Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk
  10. Hotelfachfrau

Top 10 2013 – Männer

  1. Kraftfahrzeugmechatroniker
  2. Industriemechaniker
  3. Kaufmann im Einzelhandel
  4. Elektroniker
  5. Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
  6. Verkäufer
  7. Fachinformatiker
  8. Fachkraft für Lagerlogistik
  9. Kaufmann im Groß- und Außenhandel
  10. Koch

Ich denke, dass wir grundsätzlich davon ausgehen können, dass Menschen ihre Berufswahl nach Neigung und Talent treffen. Aber auch die potentiellen Verdienstmöglichkeiten spielen immer häufiger eine entscheidende Rolle.

Wo ist das Problem?

Der zu erwartende Lohn hängt direkt von der Produktivität der jeweiligen Branche ab. Gesellschaftlich wichtige Bereiche wie Kinderbetreuung oder Bildung besitzen kein Produkt, dass sich sinnvoll bewerten lässt. In einem Industrieland wie Deutschland besitzt Bildung grundsätzlich einen gefühlt hohen Wert. Aber wie hoch genau? Seit Jahren wird gerade an der Bildung massiv gespart. Aber auch in anderen strukturell wichtige Bereichen wie Kriminalprävention, Gesundheit und öffentlicher Dienst.

Wenn auch kein typischer Ausbildungsberuf für Frauen zeigen sich beispielsweise im insgesamt beliebtesten Beruf Kaufmann/-frau im Einzelhandel zusätzliche Veränderungen der Arbeitsmarktsituation.  Wie der Statistikspiegel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt nimmt der Anteil der Teilzeit und Geringfügigen Beschäftigung zu. Gleichzeitig sinkt der Anteil an ausgebildetem Personal. Im ähnlichen, von Frauen dominierten Beruf Verkäufer/-in fällt die Entwicklung sogar noch deutlicher aus.

Das Berufsoberfeld Produktionsbezogene Berufe wird mit einem Anteil von 87% unter zunehmender Tendenz von Männern dominiert. Der Anteil an Arbeitnehmern ohne Ausbildung ist vergleichbar hoch. Teilzeit und Geringfügige Beschäftigung bleibt aber trotz leicht zunehmender Tendenz eine Randerscheinung.

Bisheriger Lösungsansatz

Die Speerspitze bildet der Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag seit 2001. Durch die Initiative sollen Mädchen und junge Frauen an Berufe in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik herangeführt werden um so das Interesse zu steigern. Zum Beispiel der Spiegel der IT-Kernberufe zeigt aber, dass der Frauenanteil sinkt statt zu steigen.

Tom schreibt dazu ein wenig aus der Sicht des Arbeitgebers: (Ich) will (ich) Entwickler werden(?)

Die Veranstaltung wird als Erfolg verkauft. Fast 30% der Girls’Day-Teilnehmerinnen sollen sich nach Angaben der Webseite bei den besuchten Unternehmen bewerben.

Seit 2011 gibt es nun auch den Pendant Boys’Day – Jungen-Zukunftstag. Der soziale, erzieherische oder pflegerische Bereich beherbergt die überwiegend von Frauen dominierten Berufe. Der Boys’Day wurde aufgrund der anhaltenden Kritik am Tag nur für Mädchen geschaffen. Denn die Jungs durften den Tag in der Schule verbringen. Die Kritik ist geblieben – wenn auch in anderer Form. Ein wenig perfide wirkt es schon, wenn Mädchen von verschiedenen Berufen abgeraten wird wegen der schlechten Karrierechancen und just diese Berufe dann den Jungs näher gebracht werden sollen.

Die Zahlen sprechen eigentlich dafür, die »erfolgreichen« Steuerverschwendungsprojekte einzustampfen. Nachhaltig scheinen sie jedenfalls nicht zu wirken.

Ein Kampf gegen Windmühlen?

Vor dem Hintergrund, dass heute jeder Beruf unabhängig vom Geschlecht ergriffen werden kann bleibt nur die Anfangs angedeutete Neigung. Die Gehirnforschung stellt in regelmäßigen Abständen fest, dass es neben vielen Gemeinsamkeiten auch deutliche Abweichungen zwischen den Geschlechtern gibt. In der Gender-Theorie geht man jedoch davon aus, dass die Unterschiede erst durch die Sozialisierung entstehen. Zum Teil stimmt die Annahme sicher auch. Diverse Studien legen eine Mischung aus biologisch geprägten Präferenzen sowie erlernten Vorlieben nahe.

Ich halte es für wichtig und auch sinnvoll jungen Menschen attraktive Berufe näher zu bringen. Ebenso müssen wir als Gesellschaft die Anstrengungen verstärken unseren Kindern eine solide Schulbildung zukommen zu lassen. Dazu zählen – auch für Mädchen – insbesondere naturwissenschaftliche Fächer. Wir sollten einfach akzeptieren, dass Frauen selbstverantwortlich objektiv oft schlechter bezahlte Berufe ergreifen um einer Tätigkeit nachzugehen die ihren Neigungen entsprechen.

Selbstständige Mütter nach der Scheidung

Vor einigen Tagen hatte Arne ein tolles Fundstück bei der Zeit: Was will der Kerl?

Was auf den ersten Blick tragisch komisch wie die verzweifelte Suche nach Antworten aussieht lässt einem auf den zweiten Blick das Lachen im Halse stecken.

So einfach ist das: Feministinnen kennen die Frauen sehr wohl, warten aber auf Antworten der Männer.

Elisabeth Raether

Man kommt sich vor wie der sprichwörtliche Rufer in der Wüste.

Facepalm

CC BY-NC 2.0 by Alex E. Proimos

Die Liebe bestimmt heute unsere Beziehungen, unseren Alltag. Wir leben in den allermeisten Fällen mit den Menschen zusammen, die wir lieben. […] Wie soll der Feminismus also zerstört haben, was blüht wie nie?

Wider dem Feminismus. Nicht hinter jedem Mann verbirgt sich ein Triebtäter oder rücksichtslos prügelnder Patriarch. Was in den vergangenen 100 Jahren konnte die Gesellschaft so spalten wie das Vorantreiben einseitiger Gesetze? Ja natürlich wurden auch solche Gesetze abgeschafft. Wir haben längst ein allgemeines politisches Wahlrecht. Auch darf kein Ehemann mehr Einspruch einlegen wenn seine Frau arbeiten will. Und längst gibt es ein Wahlrecht zu Frauenbeauftragten Gleichstellungsbeauftragen nur für Frauen. Außer dem Namen änderte sich ja nix. Von Frauenquote und Ergänzenden Leistungen nach SGB IX Abs. 1 haben sie bestimmt noch nichts gehört. Und die Wehrpflicht… Lassen wir das.

Vor ein paar Jahrzehnten waren Kinder noch familiäre wie gesellschaftliche Randfiguren, galten vielen als Quälgeister, die am Katzentisch essen mussten.

Heute dürfen sie am Tisch mit den Großen sitzen. Schicke Accessoires zum Preis eines Einfamilienhauses.  Welch Errungenschaft, Erziehung in Reproduktionsarbeit umzutaufen. Natürlich die am schlechtesten bezahlte Arbeit der Welt. Müttern will ja keiner einen gerechten Lohn zahlen. Von der Waffe Sorgerecht oder vielmehr Umgangsrecht will ich an dieser Stelle gar nicht erst anfangen. Wenn heute von Kinder gesprochen wird ist eigentlich Geld gemeint. Schöne neue Kinderwelt.

Der Feminismus von heute mag Sex und Männer und schlägt nicht die Schlachten der 1970er Jahre. Er prangert an, was sich in bald 50 Jahren nicht verändert hat: etwa die ökonomische Benachteiligung der Frauen.

Deswegen brauchen wir auch noch mehr Gender-Mainstream. Frauenquote und Rückkehrrecht auf Vollzeit. Ich zitiere Dagmar Deckstein aus der EMMA:

Frauen verdienen vor allem deshalb schlechter, weil ihre Berufsbiografien anders verlaufen. Weil sie geringer bezahlte Berufe wählen und seltener Karriere machen. Weil sie oft lange Kinderpausen machen, und danach lieber – oder auch nur aus Not, weil keine Kita-Plätze vorhanden sind – in Teilzeitjobs arbeiten.

Ja, Das ist unfair. Eine Lösung auf Kosten der Männer wird die Zerwürfnisse nur voran treiben. Auch Männer werden ökonomisch benachteiligt. Die Zahl der unter dem Selbstbehalt lebenden Männer steigt dramatisch. Natürlich nur weil die Männer zu faul sind sich einen zweiten Job zu suchen. Mitnichten werden Frauen einfach so zur Selbständigkeit gezwungen. Oft wird der Betreuungs- oder Ehegattenunterhalt bis auf weiteres fristlos festgelegt.

Stattdessen zahlt der Staat ihnen Betreuungsgeld und raubt ihnen mit dem Ehegattensplitting den Lohn.

Stattdessen soll Sie also den maximal möglichen Lohn aus ihrer Teilzeitstelle beziehen während er dadurch größere Einbußen hinnehmen muss als sie hinzu gewinnt? Ich wäre nicht begeistert wenn das Familieneinkommen insgesamt sinken würde.

Was ist eigentlich mit den Männern und ihrem Mut zu Familie und Verbindlichkeit? Diese Frage taucht in Mariam Laus Text gar nicht auf.

Die gibt es. Heldenhafte Mannen die sich mutig ins Abenteuer »bis dass der Tod euch scheidet« stürzen. Dazu ist noch nicht einmal ein Trauschein notwendig. Über 90-95% alleinerziehende Mütter  und Scharren von Männern die um ihr Umgangsrecht kämpfen müssen. Verbindlich ist nur der erwartete Betrag der Unterhaltszahlung.

Aber eine gründliche Befragung zur Kinderlosigkeit von Männern gibt es vor allem deshalb nicht, weil der kinderlose Mann im Gegensatz zur kinderlosen Frau keine Sozialfigur ist, an der andere sich pausenlos abarbeiten dürfen.

Bis vor kurzem durften Männer ihren Dienst an der Gesellschaft mit Wehr- und Zivildienst ableisten. Frauen wurden ja wegen ihres Dienstes in Form von Kindern und Erziehung freigestellt. Man könnte also von Fahnenflüchtigen sprechen. Obwohl das Abenteuer Eltern längst nicht so lebensgefährlich ist wie der Dienst an der Waffe.

Beharrlich verweigern Männer sich immer noch dem Gespräch über ihre eigene Rolle.

Tun sie nicht. Außerdem dachte ich Rollen sind Stereotypen und sowieso nur konstruiert? Aber warum suchen sie nicht einfach mal. Nein nicht die Männer die sowieso nur das nach quäken was ihnen von den starken und selbstbewussten Frauen souffliert wird.  Nur keine Schau. Die ganz normalen Männer auf der Straße beißen wirklich nicht. Und wenn die zu langweilig sind finden sich sicher auch andere kontrovers diskutierte Exemplare vom Typus Mann.

Die letzten Jahrzehnte aber hat die Frau sich die Finger wund geschrieben darüber, was sie will und was sie nicht will: kein Frauenthema, zu dem es noch kein Buch gibt. Es wäre also an der Zeit, die Gegenfrage zu stellen: Was will denn der Mann?

Das Gleiche wie Frauen. Gleiche Rechte und vor allem gleichberechtigte Teilhabe.

Am 29. Mai ist der sogenannte Herrentag. Ein schöner Anlass, statt Bier zu trinken und den Bollerwagen durch die Gegend zu ziehen, ein paar Antworten zu geben.

Gerne. Mann kann nur hoffen auch gehört zu werden.

Keine Blogparade? Mir egal! – Männlichkeit

Diesen Artikel wollte ich lange schreiben. Er war zunächst als mögliche Blogparade gedacht, die aber nie stattgefunden hat.  Daher schreibe ich ihn nun “alleine“. ;)

Nich‘ mit Leo! – ähm Hans. 😉

Was ist Männlichkeit überhaupt?

Das ist vermutlich die brennende Frage dieses Jahrhunderts. Männlichkeit oder vielmehr Mann ist langsam zu einem Schimpfwort verkommen. Männer sind Täter, Gewaltverbrecher, Schuld am Klimawandel und vermutlich sogar dann wenn die Milch sauer wird. Kein Problem, dass sich nicht irgendwie mit Männern in Verbindung bringen lässt. Wenn nicht direkt dann zumindest über irgendetwas Strukturelles oder schlicht durch Das Patriarchat™.

Dann gibt es da natürlich noch die klassischen Assoziationen. Groß, stark, der Fels in der Brandung und Ähnliches. Männer sind Krieger und Streiter für die Schwachen und Bedürftigen. Wahre Männer geben mit Freuden ihr Leben auf dem Schlachtfeld um die Ihren zu beschützen. Den Männer sind mutig, dominant, aggressiv und gefühlskalt. Technik und Organisationsfähigkeit liegt in ihren Genen und Rationalität ist Trumpf.

Meine Männlichkeit

CC BY-SA 3.0 by TheBrockenInaGlory

CC BY-SA 3.0 by TheBrockenInaGlory

Für mich ein ganz besonderer Ausdruck von Männlichkeit: Machen

Einfach mal machen kann jeder. Und Geschäftsfrauen gibt es auch einige die erfolgreich sind mit dem was sie machen. Aber ich meine weder vor sich hin wursteln noch einen Job erledigen.

Es ist mehr das Gefühl von »Sein Ding durchziehen«. Selbstbewusst das Schicksal in die Hand nehmen und  ungeachtet der Unkenrufe auf ein Ziel zu arbeiten. Nicht mit der Holzhammermethode, aber mit der gebotenen Rücksicht die eigene Freiheit auszuleben.

Dazu gehört für mich auch haltlose Kritik abperlen zu lassen und einfach souverän zu bleiben.  Aber es gehört genauso dazu berechtigte Kritik einzustecken und die eigene Position zu überdenken. Niemand ist fehlerlos.

Schau’n mer mal

Franz Beckenbauer

Und jetzt noch Northern Kings – My Way für den Soundtrack des Maskulismus’:

Tolle Coverversion des Hits von Frank Sinatra.

equal pay day ,- 2014

equal pay day ,-.

BPW Germany e.V.

Die Legende der um 22% schlechter bezahlten Frauen erfreut sich nachhaltiger Beliebtheit. Auch wenn die Erkenntnis langsam durchsickert – hindert das unsere Medien nicht daran tendenziös zu titeln.

Die statistische Auswertung zum Gender Pay Gap wird regelmäßig auf destatis.de anlässlich des epd.- veröffentlicht:

Pressemitteilung equal pay day
21.03.2012 23.03.2012
19.03.2013 21.03.2013
18.03.2014 21.03.2014

Das Statistische Bundesamt ist eine selbstständige Bundesoberbehörde und untersteht dem Bundesministeriums des Innern. Der epd,- wurde hingegen vom Business and Professional Women – Germany e.V. initiiert und wird von Logib-D unterstützt. Für Logib-D wiederum zeichnet sich das BMFSFJ verantwortlich.

equal pay day – Ziele und Visionen

Das Datum des Aktionstags markiert den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen.

Das klingt wahnsinnig symbolträchtig. Und das ist es auch in der Tat. Der Gender-Pay-Gap berechnet sich nämlich wie folgt:

Ø Bruttostundenlohn der Männer
–     Ø Bruttostundenlohn der Frauen
=    Lohnlücke (unbereinigt) i.H.v. 22%

Gesamt:
Ø Bruttostundenlohn der Männer : 19,84 €
Ø Bruttostundenlohn der Frauen : 15,56 €
= 22%

Ohne Auszubildende, Altersteilzeitbeschäftigte und geringfügig Beschäftigte:
Ø Bruttostundenlohn der Männer : 21,10 €
Ø Bruttostundenlohn der Frauen : 16,94 €
= 20%

Vollzeit:
Ø Bruttostundenlohn der Männer : 21,44 €
Ø Bruttostundenlohn der Frauen : 17,72 €
= 17%

Teilzeit:
Ø Bruttostundenlohn der Männer : 16,75 €
Ø Bruttostundenlohn der Frauen : 16,03 €
= 4%

Das sind komplett unbereinigte Zahlen. Der zu den 22% vergleichbare GPG liegt bei maximal 7%. Maximal deshalb weil es weitere Faktoren gibt die sich aus dem statistischen Material nicht berechnen lassen.

Nähres dazu als STAT-Magazin Beitrag.

Dürfen die überwiegend schlecht bezahlten Teilzeitkräfte eigentlich schon Mitte Januar »feiern«?

Leitthema 2014

Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen

Auf dem Statistik-Portal finden sich Zahlen zur Beschäftigung von Juni 2013. Die Verhältnisse ändern sich aber nur langsam.

 Einheit:1000 Frauen Männer Gesamt
Vollzeit 7495 34,4% 14278 65,6% 21773
Teilzeit 6018 80,3% 1478 19,7% 7496
GeB aus. (xls) 3162 65,1% 1692 34,9% 4854

Frauen sind in der Gruppe der 25-50 Jährigen überwiegend in Teilzeit und Geringfügiger Beschäftigung tätig. Gerade diese Arten Beschäftigung zeichnen sich häufig dadurch aus, dass keine oder nur geringe Qualifikation erforderlich ist. Die tatsächliche Ausbildung oder gar das abgeschlossene Studium spielen oft keine Rolle und wird entsprechend auch nicht vergütet.

Insbesondere betragen die Verdienstunterschiede innerhalb vergleichbarer Beschäftigung maximal 7%. Bei Teilzeit zum Beispiel dürfte der Wert um die 1% betragen und liegt damit innerhalb der Fehlertoleranz.

Die Forderung »Gleicher Lohn für gleiche Arbeit« ist damit hinfällig. Der Arbeitsmarkt scheint keinen Ausweg zu bieten. Circa 400k gemeldete sowie weitere 450k nicht gemeldete Stellen für den ersten Arbeitsmarkt sind derzeit zu besetzen. Dem stehen über 3 Millionen Arbeitssuchende gegenüber.

Schlecht bezahlte Teilzeit und Geringfügige Beschäftigung ist nicht immer eine freiwillige Entscheidung. Wir haben in Deutschland nicht genug Vollzeit-Arbeit für alle. Ein Rückkehrrecht in Vollzeit wie von Andrea Nahles gefordert ist mit der Arbeitsmarktsituation nicht zu vereinbaren. Ich habe eher die Befürchtung, dass Unternehmen vorhandene Teilzeitstellen streichen, beziehungsweise nicht neu besetzen werden und die Vollzeitbeschäftigen lieber einige Überstunden mehr ableisten lassen. Ein weiterer geringer Effekt kann natürlich sein, dass sich einige vorhandene Vollzeitstellen von Männern auf Frauen verlagern.  Für viele Männer die nach wie vor als Hauptversorger für die Familie oder dank gesteigerter Erwerbsobligenheit viel Einkommen erzielen müssen nur eine weitere Verschlechterung der Situation.

Einfach weiter so?

Das wäre zu einfach und verbessert die Situation weder für Frauen noch für Männer. Der Karriereknick wird überwiegend durch die Erziehungszeit verursacht. Nachwuchs wird zwar von Frauen ausgetragen entsteht aber ausgesprochen selten durch unbefleckte Empfängnis.

Die Konsequenz muss daher sein, Erziehung durch beide Elternteile durchzusetzen. Darunter fällt in erster Linie die restlose Gleichstellung ehelicher und unehelicher Kinder durch grundsätzlich gemeinsames Sorgerecht. Der Staat hat darauf hinzuwirken, dass die Betreuungszeiten zu gleichen Teilen übernommen werden. 50%/50% muss das Ziel sein entgegen der heute üblichen 86%/14% mit jedem zweiten Wochenende. Dazu ein aktueller Bericht von der Väter-Front.

Zusätzlich stellt sich die Frage ob Kinderfreibetrag/Kindergeld sowie Leistungen wie Unterhaltsvorschuss, SGB II und BAföG durch eine allgemeine und gegebenenfalls sogar bedingungslose Grundsicherung für Kinder und Jugendliche in Ausbildung ersetzt werden können. Diese kann zu gleichen Teilen auf Mutter und Vater ausgezahlt werden und würde gleichzeitig eine umfassende Neuregelung des Unterhaltsrechts ermöglichen.

Ein Schlag ins Gesicht

Ich fühle mich gerade benachteiligt. Nicht durch starke Frauen, Feminismus oder ungerechte Gesetze. Ehrlich gesagt bin ich ja selber schuld. Wer die Sendung Löwenzahn kennt, kennt auch den gut gemeinten Ratschlag am Ende der Folge: Abschalten! Hab ich schon vor einigen Jahren gemacht und deshalb steht mein Fernseher im Keller. Jetzt ist es einfach so, dass ich kaum mitreden kann wenn die FAZ schreibt: Gewalt gegen Frauen im Fernsehen. Ich nehme daher einfach mal an, dass tatsächlich mehr Gewalt gegen Frauen im Fernsehen gezeigt wird.

Es geht um die irre Misogynie im deutschen TV. Hat man die eine Frau mit dem zerstörten Gesicht fast schon vergessen, verprügelt ein paar Tage später ein anderer Mann eine andere Frau in einem anderen Krimi. […] Krimis gibt es jedoch sehr lange, schon immer waren sie ultrabrutal und haben unendlich viele Zuschauer mit ihren blutigen, schrecklichen Fällen gelockt. Die Darstellung harter Gewalt gegen Frauen in dieser Häufigkeit ist allerdings neu.

Anna Prizkau missfällt also nicht grundsätzlich die Gewalt und Brutalität in Krimis. Es geht ihr einzig und alleine um die Frauen als Opfer.

Man kommt leicht in die Versuchung ihr Misandrie vorzuwerfen. Aber offensichtlich schafft sie es durchaus richtige Schlüsse zu ziehen.

Überhaupt ist das Vergessen das Schlimmste an diesem neuen Fernsehphänomen. Denn weil man sie so oft gesehen hat, wird diese rohe Gewalt im Film übersehen; wird zur medialen Normalität.

Frau Prizkau besitzt also trotz Betriebsblindheit ein offenes Auge für die Realität. Leider zieht sie die falschen Schlüsse. Kann man es ihr wirklich verdenken?

Die Realität ist natürlich eine andere: Eine EU-Studie, […] Denn würde man ernsthaft Gewalt gegen Frauen thematisieren, wären die Täter Väter, Ehemänner, KFZ-Mechaniker, Anwälte und alle anderen denkbaren Normalos.

Dass die geprügelten Frauen zu 33% Frauen  als Täter  angaben steht natürlich nicht in der Zusammenfassung für die Presse.  Die 46% Mütter als Täter sind sogar noch besser versteckt. Für meine kleine Zusammenfassung musste ich mich fast zwei Arbeitstage mit der Studie beschäftigen. Das ist für Autoren der FAZ vermutlich undenkbar.

Die Frauen, sie haben das alles doch selbst so gewollt; sie wollten Hosen tragen, wollten sein wie die Männer, wollten genauso viel verdienen und müssen deshalb jetzt auch genauso viele Fäuste im Gesicht ertragen wie echte Kerle.

Die ganz normale Gewalt gegen Männer ist ihr also nicht entgangen. Im Gegenteil ist die als normal empfundene Gewalt kein Grund sich dagegen auszusprechen. Zumindest nicht wenn man auf eine Ungerechtigkeit hinweisen kann:

Die vermöbelten Frauen tauchen in fast allen Fällen nur am Rande als Opfer auf. Selbst zurückschlagen dürfen sie selten.

Da bemühe ich mich redlich den Artikel objektiv zu betrachten und dann das:

Feminismus, Emanzipation, Frauenquote, Hanna Rosin – das alles ist für manche Männer einfach zu viel. Sie hocken in ihren kleinen Schneckenhäuschen und hoffen, dass die starken Frauen bald wieder abhauen oder Kinder kriegen.

Bezieht sich die Aussage »Ein klarer Fall von Chauvinismus« jetzt auf die Krimis oder auf ihren Artikel?

Indirekt muss ich ihr leider doch Recht geben. Wenn wir realistische Krimis wollen müssen wir auf eine Quote von fast 70% männlicher Opfer für Mord und Körperverletzung achten. Auch brauchen wir deutlich mehr Täterinnen. 30% mit steigender Tendenz sollte für ein realistisches Bild angemessen sein. Um die Dunkelziffer zu berücksichtigen auch gerne ein paar mehr.

Danke an Matze für den Hinweis.