Warum ich mich nicht als Maskulist sehe

Ich habe vor zwei Tagen den Feminismus als Ideologie kritisiert. Dabei habe ich für mich selbst die Feststellung getroffen, dass ich mich nicht als Maskulist sehe. Dadurch wurden insbesondere zwei Fragen aufgeworfen über die ich mir heute mehr Gedanken machen will.

Danke, wenn du Lust hast (oder hast) du es schon getan, dann schreib doch bitte noch mal etwas mehr darüber, warum du nicht als Maskulist gelten möchtest.

elmardiederichs

Mir persönlich ist es eigentlich egal wer mich in welche Schublade steckt. Ich weiß aber ganz sicher, dass ich die damit verknüpften Erwartungen früher oder später enttäuschen werde.

Das (Anm. d. Verf.: Maskulismus als Ideologie) ist eine spannende Frage und hängt sehr davon ab, was man unter “Ideologie” versteht.

man.in.th.middle

Ein Blick auf den Begriff Feminismus

Der Begriff Feminismus verbreitete sich in Deutschland erst in den 1970er Jahren als positive Selbstbeschreibung der Frauenbewegung. Sogenannten Ismen beschreiben Anhänger eines Glaubenssystems oder eben einer Ideologie. Die sogenannte 2. Welle der Frauenbewegung trägt demnach maßgeblich an der Bildung des Begriffs Anteil.

Die Themen des 19. bis ins 20. Jahrhundert waren noch vom Wunsch rechtlicher und gesellschaftlicher Gleichberechtigung getrieben. Die 2. Welle hingegen legte deutlich mehr Gewicht auf Emanzipation von vorgeblicher Unterdrückung und nicht selten wurde bereits damals mit Übertreibungen und Halbwahrheiten gearbeitet. So hält sich zum Beispiel bis heute hartnäckig das Gerücht, dass eine Frau bis 1977 die Erlaubnis ihres Ehemanns für die eigene Berufstätigkeit brauchte.

(1) [1] Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung.[2] Sie ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist. […]

BGB §1356 (bis 1977)

(1) [1] Hat sich die Frau einem Dritten gegenüber zu einer von ihr in Person zu bewirkenden Leistung verpflichtet, so kann der Mann das Rechtsverhältniß ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen, wenn er auf seinen Antrag von dem Vormundschaftsgerichte dazu ermächtigt worden ist.[2] Das Vormundschaftsgericht hat die Ermächtigung zu ertheilen, wenn sich ergiebt, daß die Thätigkeit der Frau die ehelichen Interessen beeinträchtigt.

(2) [1] Das Kündigungsrecht ist ausgeschlossen, wenn der Mann der Verpflichtung zugestimmt hat oder seine Zustimmung auf Antrag der Frau durch das Vormundschaftsgericht ersetzt worden ist.[2] Das Vormundschaftsgericht kann die Zustimmung ersetzen, wenn der Mann durch Krankheit oder durch Abwesenheit an der Abgabe einer Erklärung verhindert und mit dem Aufschube Gefahr verbunden ist oder wenn sich die Verweigerung der Zustimmung als Mißbrauch seines Rechtes darstellt.[3] Solange die häusliche Gemeinschaft aufgehoben ist, steht das Kündigungsrecht dem Manne nicht zu. […]

BGB §1356 (bis Juli 1958)

Eine ausdrückliche Erlaubnis war also nicht notwendig und die Möglichkeit der Kündigung durch den Ehemann bis 1958 nur über ein Vormundschaftsgericht zu erreichen. Im Zeitraum 1958-1977 kommt §1356 allenfalls für die, damals übliche, Schuldfrage im Zuge einer Scheidung zum tragen.

Zum Mythos des Anspruchs auf ein Konto ab 1962 konnte ich nicht einmal Hinweise finden. Selbst beim BMFSFJ weiß man davon anscheinend nichts. Sachdienliche Hinweise dazu sind ausdrücklich erwünscht.

Die Behandlung weiterer Mythen und Legenden würden den Rahmen an dieser Stelle sprengen. Trotzdem wird deutlich, wie der Begriff Feminismus von Anfang an positiv belegt und als Sammelbegriff für Frauenrechte etabliert wurde.

Und ein Blick auf den Begriff Maskuli(ni)smus

Jetzt wird es schwieriger. Der Begriff Maskulinismus wurde Ende des 20. Jahrhunderts von feministischer Seite zur Denunziation feminismuskritischer aber auch antifeministischer Positionen etabliert. Entsprechend wird der Begriff auch als »Ideologie des Patriarchats« verstanden. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Begriff Männerbewegung als pro-feministischer Flügel der Frauenbewegung kolportiert wird.

Abgrenzend wird der Begriff Maskulismus verwendet; mit dem Ziel der Männerbewegung für Männer- und Väterrechte ein positives Selbstbild zu geben. Entsprechend wird auch der Begriff Männerrechtsbewegung genutzt. Ein für mich ziemlich ungeeigneter Begriff da er den Eindruck eines politischen Rechtsrucks transportiert.

Die Begrifflichkeiten selbst werden sowohl synonym als auch abgrenzend benutzt. Gerade wenn man im Maskul(in)ismus eine Gegenposition zum Feminismus begreifen will bietet sich die Wortschöpfung an. Die bewusste Vermischung von Feminismus-Kritik und Antifeminismus dient zur Diskreditierung, da antifeministische Positionen häufig auch von religiösen und nationalsozialistischen Revisionisten eingenommen werden. Ziel solcher Gruppierungen ist in der Tat eine Rückkehr zu einem androzentrischen Weltbild.

Auch im Maskuli(ni)smus lassen sich ideologische Tendenzen finden. So finden sich zum Beispiel Ansichten die Frauen pauschal als gierige Jäger nach Alimenten darstellen oder einen egozentrischen, nur zur Selbstliebe fähigen, Charakter andichten.

Problematisch ist Kritik sowie die Gegenposition insbesondere deshalb weil Feminismus in der westlichen Welt als positive Heillehre für alle Menschen dargestellt wird.  Daraus folgt auch der Kurzschluss, dass Gegenpositionen negativ und rückwärtsgewandt sein müssen.

Ideologien

Im ursprünglichen Sinne wird unter einer Ideologie ein gemeinsamer Kanon aus Wertvorstellungen, Theorien und Zielen verstanden.

Ideologiekritik im Sinne von Karl Popper umfasst dabei insbesondere die Analyse folgender Punkte: Dogmatisches Behaupten absoluter Wahrheiten, Tendenz zur Immunisierung gegen Kritik, Vorhandensein von Verschwörungstheorien, utopische Harmonieideale sowie die Behauptung von Werturteilen als Tatsachen.

Totalitäre politische Ideologien mit umfassendem Wahrheitsanspruch weisen oftmals Elemente von Mythenbildung, Geschichtsklitterung, Wahrheitsverleugnung und Diskriminierung konkurrierender Vorstellungen auf.

Im Feminismus findet man alle genannten Punkten einer kritisierbaren totalitären Ideologie. Wie sieht es mit dem Maskulismus aus? Zumindest die Behauptungen absoluter Wahrheiten sowie das Vorhandensein von Verschwörungstheorien lassen sich feststellen. Ich vermute, dass die Bewegungen noch zu jung aber auch heterogen ist um von einem gemeinsamen Kanon und damit einer Ideologie sprechen zu können; während im Feminismus die einzelnen Kriterien zumindest auf die lautesten Strömungen zutreffen.

Glorifizierung des Feminismus

Glorifiziert dargestellt wird der Feminismus in der Regel durch die vorgeblichen Erfolge zur Gleichberechtigung in insbesondere den Bereichen Erwerbsarbeit, Bildung und Wahlrecht. Historisch betrachtet fanden diese Entwicklungen oft nur mit kurzer zeitlicher Verzögerung hinter der Gewährung entsprechender Rechte an die Männer statt. Die Glorifizierung der Frauenbewegung findet sich ebenso zur Änderung (1974-76) des kontrovers diskutierten §218. Beachtlich dabei ist, dass die Fristenlösung bereits 1920 von 55 SPD-Abgeordneten im Reichstag vorgeschlagen wurde. Zu den tatsächlichen Änderungen, bei denen zumindest ein Einfluss feministischer Kreise angenommen werden kann, kommen noch unzählige Erfolge in Form von Mythen und Legenden.

Das so propagierte durchweg positive Selbstverständnis verhindert damit sachliche Kritik im Keim. Die von Popper angedachte Tendenz zur Immunisierung gegen Kritik entfaltet hier ihr volles Ausmaß. Insbesondere die Verschwörungstheorie eines allmächtigen Patriarchats muss zur Begründung einiger Behauptungen herhalten.

Mein Selbstverständnis

Frei von Weltanschauung und Wertvorstellungen sind wir alle nicht. Grundwerte wie Menschenrechte werden uns durch unsere Erziehung in die Wiege gelegt. Aber auch die Sicht auf Familie und Partnerschaft festigt sich schon im Kindesalter und nicht selten entsteht so zum Beispiel ein religiös geprägter Wertekanon. Aber auch Erfahrungen im Erwachsenenalter stellen hin und wieder unser Weltbild auf den Kopf. Dazu können zum Beispiel schlechte Erfahrungen in Beziehungen sowie Rückschläge im Beruf gehören.

Ideologien können mit ihrem Feindbild helfen den so erlittenen Schmerz zu verkraften. Ich denke wir Menschen sind gerade deshalb in kritischen Phasen besonders anfällig um opportun erscheinende Glaubenssätze zu akzeptieren.

Ich selbst sehe die Welt natürlich als Mann und damit durch männliche Augen. Entsprechend liegen mir Männer- und Väterrechte deutlich näher als Frauenrechte. Meine Ideen und Gedanken sind sicher nicht der Weisheit letzter Schluss und eher ein Beispiel von Versuch und Fehlurteil. Schlüsse ziehen, Relativieren, Überdenken und auch Verwerfen gehört für mich genauso dazu wie letztendlich eine Position zu beziehen. Regelmäßig auch eine andere als vormals gedacht.

Das verträgt sich einfach nicht mit den Dogmen einer Ideologie. Jeder Standpunkt, und damit auch der eigene, muss hinterfragbar und auch kritisierbar sein. Feministische Positionen als femizentrisch zu kritisieren und gleichzeitig eine streng androzentrische Position einnehmen wirkt nicht nur verlogen. Da muss einfach Platz bleiben. Platz für ein gleichberechtigtes Miteinander. Klappt vermutlich nicht immer – aber ich arbeite daran.

Verallgemeinerung vs. Anekdote

Mein heutiger Artikel ist ausgefallen. Ersatzlos gestrichen. Obwohl er eigentlich fertig war wollte ich ihn dann nicht mehr haben. Zumindest nicht in der von mir verfassten Form.

Ich verallgemeinere gerne. Manchmal neige ich sogar dazu Verallgemeinerungen noch weiter zu verallgemeinern. Verallgemeinerungen dienen mir dazu die Sicht auf ein Problem oder eine Situation von persönlichen Ansichten zu bereinigen und einer Aussage zu mehr Objektivität zu verhelfen.

Jetzt fordert mich Elmar in einem Kommentar auf:

Danke, wenn du Lust hast (oder hast) du es schon getan, dann schreib doch bitte noch mal etwas mehr darüber, warum du nicht als Maskulist gelten möchtest.

Aber auch Stephan Fleischhauer schreibt beim Geschlechterallerlei:

Was ich an der “männlichen Diskussionskultur” vielleicht noch kritisieren würde, ist die reichlich schnelle Neigung zur Abstraktion (evilmichi nannte ja schon Verallgemeinerungen) und eine gewisse Abneigung gegen Anekdotisches. Andereseits können hier Frauen vielleicht auch von den Männern lernen.

GrauBlau schließt daraus:

Sehr guter Punkt! Ich meine sogar, nachdem ich all die verschiedenen Hintergründe gelesen habe, dass es ohne die persönliche Perspektive nicht geht. Falsch wäre dann, aus den eigenen Erfahrungen wiederum allgemeingültige Regeln aufzustellen.

In einer Hinsicht muss ich den Aussagen völlig Recht geben. Eine persönliche Anekdote hilft sehr die Beweggründe hinter einer Aussage nachzuvollziehen. Es erleichtert dem Leser den Blickwinkel des Autors einzunehmen.

Aber gerade bei so polarisierenden Themen wie dem Verhältnis der Geschlechter zueinander birgt eine solche Anekdote auch eine nicht unerhebliche Gefahr. Man offenbart damit eine deutliche Blöße und bietet eine nicht zu verachtende Angriffsfläche.

Mit feminismuskritischen Artikeln bewege ich mich derzeit deutlich gegen den Mainstream. Gerade in unseren Leitmedien wird Kritik nur versteckt vorgebracht und häufig im gleichen Satz relativiert. Die Gefahr als Frauenfeind denunziert zu werden ist nicht unerheblich. Verallgemeinerungen bieten hier eine Art Schutzraum weil sie Platz für andere Erfahrungen lassen.

Ich möchte persönliche Erfahrungen unterbringen. Gerne auch Erfahrungen in denen ich selbst falsch gehandelt habe. Nur wie soll sich das sinnvoll bewerkstelligen lassen?

Reproduktionskontrolle – Ein Frauenprivileg?

Verhütungsmethoden gibt es viele. Onmeda kennt insgesamt 29 Verschiedene. Freilich sind nicht alle sicher oder für sich alleine zu empfehlen. Von den vorgestellten Methoden eignen sich genau 3 für Männer:

  1. Vasektomie (0,1)
  2. Kondom (0,2 – 4)
  3. Coitus interruptus  (4-18)

Es gibt natürlich einen einfachen Grund für dieses Ungleichgewicht. Eine Frau produziert pro Monat ein befruchtungsfähiges Ei. Männer pro Sekunde circa 1200 Spermien. Pro Samenerguss werden zwischen 40.000.000 und  900.000.000 Spermien abgegeben. Die aus medizinischer Sicht deutlich einfachere Aufgabe dürfte damit klar sein. Bereits ein einziges erfolgreiches Spermium reicht für eine Befruchtung.

Situation

Nach einer Studie des Guttmacher-Institutes ist in der USA jede 2. Schwangerschaft ungewollt.  Beim Arbeitskreis Lebensrecht ist von 30%  ungewollter Schwangerschaften (2003) die Rede. Das Schreckgespenst von der »Zwangsvaterschaft« scheint gar nicht so unrealistisch.

One-Night-Stand

Für den One-Night-Stand mit flüchtigen Bekanntschaften sollte sich jeder Mann strikt an das Kondom halten. In so einem Fall fehlt schlicht die Vertrauensbasis und das Risiko von Geschlechtskrankheiten ist nicht zu unterschätzen. Man sieht Frauen einfach nicht an ob sie zuverlässig verhüten oder im Fall einer ungewollten Schwangerschaft das Kind austragen werden. Was wie eine Anklage an die Frauenwelt klingt ist tatsächlich aber keine. Männern fehlt ab dem Moment des Samenergusses jedes Mitspracherecht. Im günstigsten Fall dürfen wir Männer noch unsere Meinung und Einstellung mitteilen. Die Entscheidung für eine Notfallmaßnahme wie der Pille Danach oder einen Schwangerschaftsabbruch treffen Frauen ganz alleine.

Als Begründung muss Safer Sex völlig reichen.

Beziehung

Man kennt sich, hegt Gefühle füreinander und vertraut sich. Wirklich? Beim Thema Pille für den Mann bekommt man regelmäßig zu hören und lesen, dass Frauen ihren Männern nicht trauen würden. Sie möchten sich nicht darauf verlassen, dass er regelmäßig seine Hormone schluckt. Selbst bei längerfristig wirkenden Präparaten  wird Männern nicht vertraut. Schließlich liegt das Risiko ja bei der Frau. Sie muss einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen oder ihr Leben ändern. Die oft überdramatisierten Todesfolgen von circa 0,005% in Industrienationen wie Deutschland nicht zu vergessen.  Auf ihn kommen im günstigsten Fall Zahlungen von 79.704€ nach Düsseldorfer Tabelle 2013/14 über 18 Jahre zu. Inflationsausgleich, Sonderkosten und Betreuungsunterhalt nicht eingerechnet.

Vertrauen ist offensichtlich eine Sache für sich. Was soll man der Partnerin antworten wenn sie vorschlägt das Kondom in Zukunft weg zu lassen? Schließlich nimmt sie ja die Pille und beide wären frei von Geschlechtskrankheiten. Der Frau in so einer Situation ins Gesicht zu sagen man vertraue ihr nicht? Oder vielleicht den Verdacht erregen man hätte sich andernorts eine Krankheit eingefangen? Davon abgesehen kenne ich niemand der allen ernstes behaupten würde – Sex mit Kondom mache mehr Spaß als ohne.

Ich mag Kondome nicht. Über die Gründe könnte ich einen eigenen Artikel schreiben. Ich sehe aber schlicht keinen Grund mich zu rechtfertigen. Umgekehrt würde ich aber auch keine Rechtfertigung einer Frau erwarten wenn sie die Pille ablehnt. Dabei ist mir durchaus klar, dass die Pille zum Teil erhebliche Nebenwirkungen verursachen kann. Eine für das gemeinsame Liebesleben besonders gravierende Nebenwirkung ist die zwischen 300 und 700% erhöhte Blutkonzentration des Eiweiß-Körpers SHGB. SHGB bindet das Sexualhormon Testosteron an sich und blockiert damit dessen Wirkung. Chronische Sex-Unlust ist die Folge. Natürlich ist die Pille für mich als Mann die bequemste Alternative und ein echtes Bewusstsein für die Konsequenzen muss man sich selbst aneignen.

Konsequenzen

Für Frauen bieten sich einige interessante Alternativen. Zum Beispiel ist die Symptothermale Methode (0,3) gänzlich frei von Hormonen und 100% natürlich. Der entscheidende Nachteil ist der deutlich höhere Aufwand sowie die größere Gefahr von Anwendungsfehlern. Allerdings gibt es Verhütungscomputer und Apps um die Anwendung zu unterstützen. Deutlich komfortabler ist die, ebenfalls hormonfreie, Kupferspirale (Intrauterinpessar) (0,5 – 2,7). In Kombination mit geeigneten Spermiziden dürfte die Sicherheit ebenfalls die der Pille erreichen. Nebenwirkungen gibt es allerdings auch hier.

Alternativen für Männer werden seit Jahrzehnten gesucht. Alle paar Jahre gibt es in den Medien vielversprechende Artikel. Regelmäßig finden sich dann auch Meldungen warum es mit der Pille für den Mann nun doch nicht klappt. Interessant in diesem Zusammenhang ein Interview mit Professor Nieschlag beim Spiegel.

Die Gynäkologen fürchten schlicht Konkurrenz. Die Urologen wiederum haben Angst, dass die lukrativen Vasektomien durch die Pille für den Mann ins Hintertreffen geraten könnten. Das sind nicht nur Behauptungen von mir, das lässt sich belegen.

Und dann sind da natürlich noch die Pharmakonzerne die sich ungern selbst Konkurrenz machen wollen. Von der Angst vor neuen Klagen wegen neuer Nebenwirkungen ganz zu schweigen. Wenn ich mir die Nebenwirkungen der Antibabypille so ansehe kann ich das durchaus verstehen.

Ein weiterer unerwünschter Nebeneffekt ist die Anreicherung der ausgeschiedenen Hormone im Trinkwasser. Unsere Kläranlagen besitzen keine Möglichkeit diese herauszufiltern. Damit wird beispielsweise die schwindende Spermienproduktion bei Männern in Verbindung gebracht. Das klingt auch deshalb überzeugend, das die Pille für den Mann unter anderem auf, in der Antibabypille ebenfalls genutzten, Gestagene basiert.

Vielversprechende Alternative

Vasalgel

Eine hochinteressante Alternative scheint das Vasalgel zu sein. Dabei handelt es sich um ein Polymer-Gel das in die Samenleiter injiziert wird. Die Funktionsweise ist mit der einer Vasektomie vergleichbar und damit voraussichtlich ebenso sicher. Das Vasalgel basiert auf einem jahrzehntelang erforschten indischen Präparat Namens RISUG. Der Eingriff dauert circa 10 Minuten. Das war’s für bis zu 10 Jahre. Das Präparat kann auf Wunsch jederzeit ausgespült werden.

Zwölfmonatige Tierversuche an Hasen wurden bereits erfolgreich abgeschlossen. Aktuell sammelt die Parsemus Foundation Gelder um den entscheidenden Test an Pavianen noch 2014 starten zu können. Die letzte Hürde bevor Studien an Menschen gemacht werden können.

Das Interesse von Pharmakonzernen hält sich in Grenzen, da mit solchen Langzeitpräparaten nicht viel Geld verdient werden kann und der Verkauf der Antibabypille deutlich lukrativer ist.

Ohne Spenden wird das Projekt zum scheitern verurteilt sein.

Clean Sheets Pill

Die Clean Sheets Pill  ist ein ebenso interessante Projekt und krankt an der Finanzierung. Interessant ist das Präparat insbesondere deshalb weil es verhindert, dass Spermien abgegeben werden. Der dadurch erzeugte trockene Orgasmus wäre eine optimale Ergänzung um das Infektionsrisiko mit HIV einzudämmen. Dem Projekt fehlen derzeit $300.000 für eine Studie an Schafböcken.

Die größte Schwierigkeit liegt in der vermuteten niedrigen Akzeptanz: »Fühlt sich ein Mann ohne Ejakulat noch als Mann obwohl sich der Orgasmus genauso anfühlt?«

In Form einer Pille reicht eine Einnahme 2-3 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr. Die Wirkung hält dann zwischen 16 und 24 Stunden an. Möglich ist auch eine permanente Version als Implantat.

Fazit

Bei zwischen 30 oder gar 50% unerwünschten Schwangerschaften dürfen wir Männer uns nicht ausschließlich auf Frauen verlassen. Wir brauchen vergleichsweise komfortable Möglichkeiten um die Kontrolle über eine selbstbestimmte Reproduktion zu erhalten. Um das zu erreichen ist öffentlicher Druck notwendig. Es liegt an uns vielversprechende Projekte bekannt zu machen und zu unterstützen. Ebenso liegt es an uns jungen Männern die Konsequenzen für ihr eigenes Leben klar zu machen. Politische aber auch wirtschaftliche Interessen arbeiten dabei gegen uns. Selbstverantwortliche Verhütung für den Mann bedeutet für uns vor allem eines: Freiheit

Wir haben unser ganzes Leben dafür gekämpft, die Entscheidung für oder gegen Kinder in der Hand zu haben. Meinen Sie, wir werden das aufgeben?

Betty Friedan

Haupternährer Mann!?

Nachdem ich gestern einige Überlegungen zur typischen Berufswahl von Frauen angestellt habe möchte ich heute einen Blick auf die Erwerbsarbeit in Familien werfen. Als Basis dazu dienen mir die Ergebnisse des Mikrozensus 2012 des Statistischen Bundesamts. Mir geht es dabei vorrangig um Familien in denen beide Elternteile zusammen leben.

Haupternährer und Alleinverdiener

Als Haupternährer sind Menschen die überwiegend das Einkommen der Familie erwirtschaften zu verstehen. Die Rolle des Alleinverdieners stellt im traditionellen Modell das Gegenstück zu Hausfrau/-mann ohne eigene Erwerbstätigkeit dar.

Ist das überhaupt noch zeitgemäß?

Während die Rolle des Alleinverdieners 1996 von 40% der Väter erfüllt wurde waren es 2012 noch 29,4%. Der Anteil der Mütter stieg von 4,1% auf 5,3%. Da die Zahl der Paare ohne aktive Erwerbsarbeit von 5,8% auf 10,3% zulegte und der Anteil an Familien mit beiden arbeitenden Elternteilen ebenfalls ein Plus von 4,7% auf 54,9% zeigt lassen sich für die Entwicklung wirtschaftliche Gründe vermuten. Wobei die Erwerbstätigkeit von Müttern in den neuen Bundesländern allgemein etwas höher liegt als im Westen der Republik.

Quelle: destatis.de

Quelle: Statistisches Bundesamt

Die Rolle das Haupternährers ist bei Paaren aktueller als noch 1996. Während 1996 im gesamten Bundesgebiet noch bei 44,9% der Paare mit Kindern beide in Vollzeit tätig waren sank die Zahl 2012 auf gerade noch 25,2%. Gleichzeitig stieg der Anteil des Vollzeit-Teilzeit Modells mit Vätern als Haupternährer von 53% auf 69,9%.  Die Entwicklung fällt im Osten deutlicher aus als im Westen.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Quelle: Statistisches Bundesamt

Neben der Teilzeitbeschäftigung haben in den letzten Jahren sogenannte atypische Tätigkeiten an Bedeutung gewonnen. Dazu zählen vor allem befristete und geringfügige Beschäftigung sowie Teilzeit mit weniger als 20 Wochenstunden und Zeitarbeitsverhältnisse.  Besonders im Westen ist die Quote bei Müttern die mit dem Vater zusammen leben mit über 60% besonders hoch. Im Osten liegt der Wert mit knapp 30% deutlich darunter. Bei Vätern bewegt sich die Quote zwischen 8,9% und 18,6% und ist im Osten deutlich höher.

Update: Diese atypischen Tätigkeiten werden abhängig von der Wochenarbeitszeit aber auch unter Voll- und Teilzeit erfasst.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Quelle: Statistisches Bundesamt

Insgesamt lassen sich zwischen Osten und Westen deutliche Unterschiede in den Motiven für Teilzeit oder atypische Tätigkeiten feststellen. Westdeutsche Mütter gaben zu 84,7% persönliche oder familiäre Gründe deutlich häufiger als Mütter im Osten mit nur 52,4% an. Durch die höheren Arbeitslosenzahlen bedingt ist im Osten zu 29,9% der Grund eine fehlende Vollzeitstelle während im Westen gerade einmal 4,6% der Mütter diese Aussage trafen.

Während die Erwerbstätigenquoten bei Müttern insgesamt leicht steigen sinkt die Quote bei Vollzeittätigkeiten zugunsten Teilzeit oder atypischer Tätigkeit. Bei Vätern stieg der Anteil an Teilzeit um gerade mal 3,5% bei leicht sinkender Erwerbstätigenquote. Dabei ist dies nur bei 25,5% der Väter eine Entscheidung aus persönlichen oder familiären Gründen.

Die Hoffnung liegt ganz klar auf dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz seit dem 1. August 2013. Allerdings steigt die Anzahl der Mütter in Vollzeit erst dann deutlicher an wenn das jüngste Kind ein Alter von 10-14 erreicht. Die allgemeine Erwerbstätigenquote von Müttern nähert sich erst wieder mit einem Alter von 45 Jahren der Quote von Frauen ohne Kinder an. Ein leicht positiver Effekt kann also nur bei Müttern mit unter 3 jährigen Kindern erwartet werden. Das Betreuungsgeld könnte dem allerdings entgegen wirken und so die Auswirkung weiter reduzieren.

Fazit

Ich halte es für unwahrscheinlich, dass sich der Trend, mit den aktuellen gesetzlichen Vorgaben, in den nächsten paar Jahren ändern oder gar umkehren lässt. Zum einen scheint bei Müttern überwiegend der deutliche Wille zu mehr Arbeit zu fehlen und zum anderen ist die Vollzeitstelle der Väter oft notwendig um die finanziellen Belastungen überhaupt tragen zu können.

Die Zahlen deuten auf ein Zementieren des traditionellen Haupternährer-Modells durch die Väter hin sowie ein Scheitern der Versuche ein gleichberechtigtes Miteinander innerhalb von Familien zu ermöglichen. Einer der Gründe dürfte in den seit Jahren rückläufigen Reallöhnen zu finden sein. Ein anderer Grund liegt im offensichtlich weiterhin angespannten ersten Arbeitsmarkt.

Frauenberufe – wie kommts?

Einen ersten Überblick können wir uns leicht auf der Veranstalltungsseite des Boys’Day machen. Hier finden sich Berufe die von weniger als 40% Männern ausgeübt werden. Da finden sich Ausbildungsberufe wie Altenpfleger, Erzieher oder Fremdsprachenkorrespondent. Aber auch Studienberufe wie Pädagoge, Humanmediziner/Arzt oder Pharmazeut/Apotheker.

Die meisten Berufe beschäftigen sich mit Menschen, Sprachen oder Marketing. Also überwiegend  die Dinge für die sich, ganz stereotyp, Mädchen interessieren.  Interessant in diesem Zusammenhang sind auch die Girls’Day-Berufe. Das sind überwiegend Technische Berufe. Zwei Berufe fallen ein wenig aus dem Rahmen. Berufsfeuerwehrfrau und Rettungssanitäterin. Also typische »Helden-Berufe«.

Einen weiteren Einblick verschaffen uns die veröffentlichen Daten des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BIBB):

Top 10 2013 – Frauen

  1. Verkäuferin
  2. Kauffrau im Einzelhandel
  3. Bürokauffrau
  4. Medizinische Fachangestellte
  5. Zahnmedizinische Fachangestellte
  6. Industriekauffrau
  7. Friseurin
  8. Kauffrau für Bürokommunikation
  9. Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk
  10. Hotelfachfrau

Top 10 2013 – Männer

  1. Kraftfahrzeugmechatroniker
  2. Industriemechaniker
  3. Kaufmann im Einzelhandel
  4. Elektroniker
  5. Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
  6. Verkäufer
  7. Fachinformatiker
  8. Fachkraft für Lagerlogistik
  9. Kaufmann im Groß- und Außenhandel
  10. Koch

Ich denke, dass wir grundsätzlich davon ausgehen können, dass Menschen ihre Berufswahl nach Neigung und Talent treffen. Aber auch die potentiellen Verdienstmöglichkeiten spielen immer häufiger eine entscheidende Rolle.

Wo ist das Problem?

Der zu erwartende Lohn hängt direkt von der Produktivität der jeweiligen Branche ab. Gesellschaftlich wichtige Bereiche wie Kinderbetreuung oder Bildung besitzen kein Produkt, dass sich sinnvoll bewerten lässt. In einem Industrieland wie Deutschland besitzt Bildung grundsätzlich einen gefühlt hohen Wert. Aber wie hoch genau? Seit Jahren wird gerade an der Bildung massiv gespart. Aber auch in anderen strukturell wichtige Bereichen wie Kriminalprävention, Gesundheit und öffentlicher Dienst.

Wenn auch kein typischer Ausbildungsberuf für Frauen zeigen sich beispielsweise im insgesamt beliebtesten Beruf Kaufmann/-frau im Einzelhandel zusätzliche Veränderungen der Arbeitsmarktsituation.  Wie der Statistikspiegel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt nimmt der Anteil der Teilzeit und Geringfügigen Beschäftigung zu. Gleichzeitig sinkt der Anteil an ausgebildetem Personal. Im ähnlichen, von Frauen dominierten Beruf Verkäufer/-in fällt die Entwicklung sogar noch deutlicher aus.

Das Berufsoberfeld Produktionsbezogene Berufe wird mit einem Anteil von 87% unter zunehmender Tendenz von Männern dominiert. Der Anteil an Arbeitnehmern ohne Ausbildung ist vergleichbar hoch. Teilzeit und Geringfügige Beschäftigung bleibt aber trotz leicht zunehmender Tendenz eine Randerscheinung.

Bisheriger Lösungsansatz

Die Speerspitze bildet der Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag seit 2001. Durch die Initiative sollen Mädchen und junge Frauen an Berufe in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik herangeführt werden um so das Interesse zu steigern. Zum Beispiel der Spiegel der IT-Kernberufe zeigt aber, dass der Frauenanteil sinkt statt zu steigen.

Tom schreibt dazu ein wenig aus der Sicht des Arbeitgebers: (Ich) will (ich) Entwickler werden(?)

Die Veranstaltung wird als Erfolg verkauft. Fast 30% der Girls’Day-Teilnehmerinnen sollen sich nach Angaben der Webseite bei den besuchten Unternehmen bewerben.

Seit 2011 gibt es nun auch den Pendant Boys’Day – Jungen-Zukunftstag. Der soziale, erzieherische oder pflegerische Bereich beherbergt die überwiegend von Frauen dominierten Berufe. Der Boys’Day wurde aufgrund der anhaltenden Kritik am Tag nur für Mädchen geschaffen. Denn die Jungs durften den Tag in der Schule verbringen. Die Kritik ist geblieben – wenn auch in anderer Form. Ein wenig perfide wirkt es schon, wenn Mädchen von verschiedenen Berufen abgeraten wird wegen der schlechten Karrierechancen und just diese Berufe dann den Jungs näher gebracht werden sollen.

Die Zahlen sprechen eigentlich dafür, die »erfolgreichen« Steuerverschwendungsprojekte einzustampfen. Nachhaltig scheinen sie jedenfalls nicht zu wirken.

Ein Kampf gegen Windmühlen?

Vor dem Hintergrund, dass heute jeder Beruf unabhängig vom Geschlecht ergriffen werden kann bleibt nur die Anfangs angedeutete Neigung. Die Gehirnforschung stellt in regelmäßigen Abständen fest, dass es neben vielen Gemeinsamkeiten auch deutliche Abweichungen zwischen den Geschlechtern gibt. In der Gender-Theorie geht man jedoch davon aus, dass die Unterschiede erst durch die Sozialisierung entstehen. Zum Teil stimmt die Annahme sicher auch. Diverse Studien legen eine Mischung aus biologisch geprägten Präferenzen sowie erlernten Vorlieben nahe.

Ich halte es für wichtig und auch sinnvoll jungen Menschen attraktive Berufe näher zu bringen. Ebenso müssen wir als Gesellschaft die Anstrengungen verstärken unseren Kindern eine solide Schulbildung zukommen zu lassen. Dazu zählen – auch für Mädchen – insbesondere naturwissenschaftliche Fächer. Wir sollten einfach akzeptieren, dass Frauen selbstverantwortlich objektiv oft schlechter bezahlte Berufe ergreifen um einer Tätigkeit nachzugehen die ihren Neigungen entsprechen.

Fortschritt – um jeden Preis?

Die Fronten sind verhärtet. Aber welche Front genau? Zwischen Frau und Mann? Zwischen Feministen und Maskulisten? Zwischen progressiv und konservativ?

Wo liegt das Problem?

Auf der einen Seite haben wir eine radikal-totalitäre feministische Gruppierung mit dem Bestreben ein neues Weltbild zu formen. Dazu gehören zum Beispiel Frauenquoten für wenige privilegierte Frauen sowie gendergerechte Spielplätze und bis zur Unverständlichkeit gegenderte Texte. Dazu passt auch die Vorstellung in einer »Rape-Culture« zu leben sowie Aufrufe Männer, weil sie Männer sind, zu töten. Kaum eine faschistisch anmutende Unglaublichkeit die sich nicht finden lässt.

Auf der anderen Seite finden sich religiös-konservative revisionistische Kreise. Da wird von gottgegebener oder evolutionär bedingter Überlegenheit des Mannes gesprochen. Manch einer würde Frauen gerne das Wahlrecht und am besten gleich die Geschäftsfähigkeit absprechen. Konto und Arbeitsstelle also nur noch mit Zustimmung von Vater, Bruder oder Ehemann. Gäbe es die Burka nicht – sie würden sie erfinden.

So richtige Gegensätze gibt es eigentlich nicht. Wohl aber Forderungen die von kaum jemand außerhalb der jeweiligen Fraktion ernst genommen werden kann.

Was soll also der ganze Terz?

Dieser Krieg tobt ja nicht nur zwischen diesen beiden Randgruppen. Die breite dazwischen stehende Masse befürchtet – nicht zu unrecht – dass einzelne Forderungen eine breite Akzeptanz finden. Frauenquote und Gender kann man objektiv als etabliert ansehen. Unverständlicherweise soll damit mehr Toleranz und vor allem Gleichstellung hergestellt werden.

Gendergerechte Sprache

Nur wie, frage ich mich. Wenn ich, aufgrund persönlicher Ressentiments oder Aversionen, ein Problem mit queeren Menschen habe ändern daran gegenderte Texte nichts. Ja selbst die Rechtschreibreform vor knapp 20 Jahren ist bis heute nicht in der gesamten Bevölkerung angekommen. An Wörter wie Missstand konnte ich mich bis heute nicht so recht gewöhnen. Warum aber sollten jetzt Sterne, Striche und Binnen-I erfolgreicher sein? Und wie sollen, als Gewaltakt gegen das gewohnte Schriftbild empfundene, Änderungen Minderheiten oder Benachteiligten helfen? Befürworter würden jetzt vielleicht darauf hinweisen, dass eben jene damit deutlich angesprochen und nicht nur mitgemeint würden. Aber wollen diese Menschen wirklich als abweichend gebrandmarkt werden? Einige, also eine Minderheit in der Minderheit, offensichtlich schon. Nicht zuletzt weil unterdrückte Minderheiten häufig mit Staatsgeldern unterstützt werden. Genau genommen aber nicht die Betroffenen selbst sondern die zugehörige Helferindustrie.

Dazu passend auch der aktuelle Blogpost von Adrian: „Raffael und Adrian“. Normale Menschen mit einer anderen – natürlichen – sexuellen Orientierung. Sterne und Striche helfen meiner Meinung nach aber nicht Normalität zu schaffen – im Gegenteil.

Und wenn sich Frauen beim etablierten generischen Maskulinum nicht mitgemeint fühlen. Wie sollen sich Männer dann erst bei künstlichem, durch Binnen-I hergestelltes, Femininum mitgemeint fühlen. Spätestens bei vorgelesenen Texten entfällt der schwache Hinweis des groß geschriebenen I. Das ist nicht progressiv. Eher eine Umkehr der Vorzeichen.

Gericht über schuldige Worte gibt es auch bei suwasu und seiner Offenen Flanke.

Frauenquote

Wozu braucht es jetzt Frauenquoten in Aufsichtsräten, Parteien oder Behörden?  Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Die häufigsten Begründungen sind ja »gläserne Decke« und »Männerseilschaften«. Das perfide dabei ist ja, dass so getan wird als handle es sich dabei um reine Frauenprobleme. Irgendwie sitzen ja auch nicht 100% der Männer im Aufsichtsrat. Und bei Beförderungen übergangen zu werden ist Alltag. Nach oben hin wird die Luft einfach dünner. Dieses Problem ist hierarchischen Systemen einfach immanent. Ironischer weise dienen Frauenquoten im Falle der Aufsichtsräte nur einigen wenigen privilegierten Frauen oder aber verschlechtern objektiv die Qualität der Strukturen. Niemand weiß so recht ob eine Frau qua ihrer Leistung oder dank Quote ihre Position erreicht hat.

Als Beispiel kann man sich die Zusammensetzung der Gründen/Bündnis90 ansehen. Das ist die Partei mit dem Frauenstatut.

Circa 40% der Mitglieder sind Frauen. Nach dem Frauenstatut müssen diese aber 50% aller Stellen besetzen. Frauen besitzen sogar ein Vetorecht. Nicht aufgrund ihrer Qualifikation, sondern einfach weil sie Frauen sind. Das hat meines Erachtens nichts Gleichstellung, geschweige denn Gleichberechtigung zu tun. Solch ähnliche Strukturen finden sich heute leider in allen etablierten Parteien. Wider jeglicher Vernunft wird offensichtlich angenommen, dass sich Gleichberechtigung schon einstellen würde wenn das Verhältnis, wenn auch künstlich, ausgeglichen ist.

Im Fall der Gleichstellungsbeauftragten und Stellvertreterin beträgt die Quote tatsächlich 100%. Nicht nur, dass ausschließlich Frauen diese Stelle bekleiden dürfen. Selbst das Wahlrecht erstreckt sich ausschließlich auf Frauen. Das Bundesgleichstellungsgesetz als Rechtsgrundlage wurde 2001 von der Regierung Schröder durch SPD/Grüne ins Leben gerufen.

Bei der Bundeswehr gilt es derzeit eine Quote von 15% zu erreichen. Vorzugsweise durchgängig auf allen Ebenen. Auch hier mehren sich die Beschwerden von Soldaten weil sie durch diese Regelung von Frauen überholt werden. Den Frauen werden bevorzugt befördert und durch zusätzliche Förderungen vorbereitet. Ja sogar die Anforderungen werden, extra für Frauen, angepasst. Karriere bei der Bundeswehr entwickelt sich für Männer zunehmend zu einem Schlag ins Gesicht. Die Hoffnung auf Normalisierung beim erreichen der 15% könnte schnell platzen. Den nach 15% könnten auch 30% oder 50% angepeilt werden.

Die Frage nach dem Wie viel? stellt sich auch bei Geschlechterallerlei.

Gender für Obdachlose

Auf einer, mittlerweile gelöschten Seite, bei Erzaehlmirnix fand sich in einem Kommentar diese Aussage:

95% der Obdachlosen sind Männlich. Vor paar Wochen stolperte ich über Angebote für Obdachlose. Kostenlose Selbstverteidigungskurse etc…. Ausschliesslich für Frauen. Alle Angebote waren nur für Frauen. Bis auf das ” Cafe ” zum Kennen lernen und mal was warmes zu trinken… Das übliche. Cafe bekommen wir, aber der Rest ist für uns nichts.

psst

Andere Stellen sprechen »nur« von 75% Männeranteil. Mir ist völlig klar, dass Frauen, abseits von Krieg und Gefängnis, einem im Vergleich höherem Risiko ausgesetzt sind vergewaltigt zu werden. Reicht das als Rechtfertigung um die überwiegend von Obdachlosigkeit betroffenen Männer auszuschließen? Warum überhaupt? Werden die Fördergelder dann reduziert oder gestrichen?

An dieser Stelle auch ein Hinweis auf einen aktuellen Spendenaufruf:
Spendenaufruf für einen obdachlosen Vater „Fiete“

Qui bono?

Die Frage aller Fragen für geübte Verschwörungstheoretiker. Frauen im allgemeinen offensichtlich nicht. Nutznießer sind in den meisten Fällen offensichtlich nur sowieso privilegierte Frauen aus der oberen Bildungsschicht.

Manch einer vermutet ja neoliberale und kapitalistische Unternehmerkreise als Brandstifter im Geschlechterkampf. Frauen sollen für den Arbeitsmarkt akquiriert werden um Löhne und Gehälter zu drücken.  So ganz von der Hand zu weisen ist die Theorie ja nicht. Vollbeschäftigung ist in Deutschland derzeit schlicht nicht denkbar. Dazu fehlt es einfach an notwendigen Stellen. Ohne den zweiten Arbeitsmarkt würden selbst die geschönten Statistiken der Bundesagentur für Arbeit düster aussehen. Also Frauen zurück zu Heim und Kind? Nein – den das Potential der halben Bevölkerung brach liegen zu lassen wäre schlicht dumm und rückständig.

Wer profitiert noch? Gerade wenn es um Opfer und Unterdrückte geht finden sich schnell willige Helfer. In Deutschland gibt es über 350 staatlich geförderte Frauenhäuser. Unzählige Unterstützervereine und geförderte Projekte. Die kürzlich veröffentlichte Studie der FRA deutet sogar an, dass die Gewalt gegen Frauen steigt. Woran liegt das? Im Falle der Studie weisen die Fragen darauf hin, dass Gewalt nicht deutlicher wahrgenommen wird. Vielmehr werden selbst gewöhnliche Alltäglichkeiten bereits als Grenzüberschreitung herangezogen. So schafft man Arbeit – überflüssige Arbeit. Natürlich will keiner geschubst werden oder sich abwertende Witze anhören. Ich habe da durchaus Verständnis. Aber soll das wirklich schon reichen um von Gewaltopfern zu sprechen? Wenn es hilft die Tätigkeit von Frauenhäusern und Beratungsstellen zu sichern offensichtlich schon. Am Geschlechterkampf hängen heute Millionen Arbeitsplätze. Angefangen bei Sozialarbeiterinnen bis hin zu Gender-Mainstream Professuren.

Hilfsprogramme für Männer wären eigentlich konsequent um noch mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Allerdings besteht die Gefahr, dass sich dann offenbart was bislang noch totgeschwiegen wird. Es gibt in unserer Gesellschaft Opfer. Frauen und Männer sind allerdings, abhängig von der Situation, unterschiedlich betroffen. Aber die Illusion vom Mann als alleinigen Täter ist dann nicht mehr aufrecht zu halten. Das gepflegte Feindbild würde verblassen und es wäre geboten die Praxis der Fördermittelvergabe neu zu überdenken. Durch einen Wettlauf um den größten Opferstatus kann insgesamt auch nicht mehr Fördergeld akquiriert werden. Es handelt sich also um einen Kampf der einzig und alleine die Umverteilung des zur Verfügung stehenden Kapitals bezweckt.

Ist der Geschlechterkampf also Kapitalismus 2.0?

Ganz so einfach ist die Sache dann wohl doch nicht. Die Opfer und Verlierer des Systems verschwinden ja nicht wenn man die Helfer und Profiteure abschafft. Auch wenn ich mich jetzt verdächtig mache einen Joker ziehen zu wollen. Wer denkt dabei an die Kinder? Ich meine damit nicht nur die Helfer rund um Jugendamt, Familiengericht und Pflegefamilien. Wird künftig jeder zweite geborene Mensch besser sein und die Anderen, also Jungen, die von Anfang an bestenfalls geduldet werden?

Wie kann es im Interesse von Frauen, und potentiellen Müttern, liegen wenn sie damit rechnen müssen, dass ihre Söhne von Anfang an dazu verdammt sind bewusst benachteiligt zu werden? Nun – vielleicht ist es erst notwendig, dass die Söhne als Verlierer nicht mehr aus dem Elternhaus ausziehen. Sich desillusioniert und ohne Perspektive aus der  Gesellschaft verabschieden. Was werden sie ihren Töchtern sagen wenn diese keinen geeigneten Partner finden? Ausschließlich kurzsichtige finanzielle Interessen können das nicht erklären.

Medien

Die heute üblichen feministischen Beiträge in unseren Medien verkaufen ja auch ein anderes Bild. Frauen erhalten 23% weniger Lohn bei gleicher Arbeit oder dass Frauen Opfer und Männer Täter sind sind dabei die häufigsten der verbreiteten Mythen. Leider bewahrheitet sich auch die Annahme, dass oft wiederholtes leicht als Wahrheit geglaubt wird. Und außerdem sind Frauen immer irgendwie mehr betroffen als Männer. Im schlimmsten Fall werden Frauen in die Rolle des Familienernährers gedrängt, was bei 23% weniger Lohn eine Katastrophe ist. Die zugehörigen Männer sind natürlich weniger betroffen, denn den Arbeitsplatz verlieren kann schließlich jeder mal.

Es geht also auch um Gerechtigkeit, oder vielmehr gefühlte Gerechtigkeit. Das Mantra der benachteiligten und unterdrückten Frau spricht dabei nicht nur Frauen im allgemeinen an. Nein, auch Männer werden als willfährige Allys aktiviert. Dem schwachen Geschlecht muss Mann natürlich beistehen.

Für Einschaltquoten und Wahlstimmen sorgt der soziale Einsatz für die Unterdrückten alle mal. Männer passen da dann aber nicht so recht ins Bild. Den ein bisschen Schadenfreude über den gefallenen Despoten schadet ja nicht. Außerdem  würde man sich ja verdächtig machen die alten verkrusteten Strukturen erhalten zu wollen. Im schlimmsten Fall wird man die rechte Ecke oder zu den Revisionisten gesteckt.

Fortschritt – ja! Aber für Menschen.

Das etablierte Lagerdenken führt zu nichts. Benachteiligung macht keinen Unterschied zwischen Geschlechtern. Die persönliche Belastung jedes Einzelnen wird von der jeweiligen Situation beeinflusst. Umso schlimmer ist es wenn vergangenes Unrecht aufgerechnet und die Verantwortung nach Belieben verteilt wird.

Wir brauchen Gewaltschutz, Notschlafplätze, Rehabilitierung und Förderung. Dabei muss aber der Mensch als Individuum im Blickfeld stehen. Nicht das Geschlecht oder beliebige Statistiken. Einem zusammen geschlagenem Mann hilft es wenig wenn Frauen möglicherweise stärker unter Gewalt leiden. Genauso wenig wird sich eine vergewaltigte Frau besser fühlen wenn Männer in Gefängnissen ebenfalls zum Vergewaltigungsopfer werden.  Wie kann es dem Kindeswohl dienen wenn Väter ausgegrenzt und durch Betreuungsunterhalt in den finanziellen Ruin getrieben werden? Und warum wird in unserem Land Religionsfreiheit über das Recht auf körperliche Unversehrtheit von Kindern gestellt? Der Euphemismus Beschneidung für Genitalverstümmelung hilft natürlich beim wegsehen.

Feindbilder helfen nicht. Es ist zu einfach die Schuld bei Anderen zu suchen um sich selbst aus der Verantwortung zu befreien. Fehler zu machen ist keine Schande. Sehr wohl aber die Fehler nicht einzugestehen und verzweifelt eine ideologisch geprägte Wahrheit über Alles zu stellen.

Wirklich frei sind wir in dieser Beziehung alle nicht. Fast jeder dürfte in seinem Leben bereits Opfer von Gewalt, Benachteiligung oder Sexismus geworden sein. Aber wir nehmen die unterschiedlichen Situationen auch unterschiedlich war. Was für den Einen zum Lebensrisiko gehört ist für den Anderen ein schwerwiegender Übergriff. Nicht selten wird unsere Wahrnehmung von unseren individuellen Erfahrungen beeinflusst. Ein Schubser bleibt ein Schubser. Dadurch wird niemand zum Gewaltopfer. Allerdings muss man trotzdem anerkennen, dass einzelne Menschen sich dadurch bedrängt oder gar eingeschüchtert fühlen. Wir brauchen in dieser Hinsicht keine strengeren Gesetze oder zusätzliche Schutzräume. Es führt aber auch kein Weg daran vorbei Betroffenen den Rücken zu stärken ohne sie klein und hilflos zu machen. Wir brauchen Gerechtigkeit für Menschen und nicht für Geschlechter.