Das F-Wort – Nachtrag zum heutigen Blogpost

Genderama verlinkt auf einen Artikel auf mokant.at der thematisch zu meinem Blogpost von heute passt.

Ich weiß ja nicht wie das in Österreich ist. Hier in meiner Region verstehe ich als das F-Wort nicht Feminismus sondern schlicht fuck. Alleine die Umschreibung erinnert mich ein wenig an spießige Filme aus der Mitte des letzten Jahrhunderts. Also aus meiner Sicht erweisen sich die Damen damit einen Bärendienst.

Rebecca Steinbichler schlägt mit ihrem Artikel in die gleiche Kerbe wie Frau Sybille Hamann. Das böse Patriarchat wehrt sich mit allen Mitteln gegen die Heilslehre des Feminismus.

Auch die Schauspielerin Susan Sarandon möchte sich vom Feminismus abgrenzen, da viele Menschen dabei „an eine Horde kreischender Tussis“ denken würden, „nur weil du gleiche Bezahlung, Rechte, Bildung und Krankenfürsorge forderst.“

Ja schon irgendwie zurecht möchte man meinen. Der Gender Pay Gap ist eine Zahl die sich bei genauem hinsehen bis auf die Fehlertoleranz bereinigen lässt. Frauen besitzen, zumindest in Deutschland, längst alle Rechte der Männer. Umgekehrt sieht es mit der Gleichberechtigung deutlich schlechter aus. Jungs sind nachweislich die Bildungsverlierer und die Krankenfürsorge für Frauen ist deutlich weiter als die für Männer. Ja man fragt sich: Was wollen die eigentlich noch?

Die Bewegung steht für Gleichstellung, hinterfragt vieles kritisch und hat bereits wichtige Errungenschaften wie das Wahlrecht für Frauen erkämpft. Ich kenne niemanden, der sich bewusst gegen diese Ideale stellen würde.

Gleichstellung ist nicht Gleichberechtigung und daher als unsozial abzulehnen. Und ich hege ernsthafte Zweifel ob das Wahlrecht für Frauen tatsächlich eine Errungenschaft der Frauenbewegung ist oder einfach nur eine konsequente Entwicklung der damaligen Gesellschaft. Einen Einfluss möchte ich allerdings durchaus anerkennen.

Es ist ungemein wichtig, dass auch Männer die Stimme ergreifen, da sie am längeren Ast sitzen und deshalb mehr Einfluss haben. In Österreich habe ich das in dieser Form noch nicht erlebt.

Für die eigene Entrechtung kämpfen? Finde ich nicht so überzeugend und attraktiv.

Darin kritisiert die Bloggerin Anita Sarkeesian die Darstellung feministischer Charaktere in Film, Fernsehen und Popkultur. Diese seien meist „gezielt übertriebene feministische Karikaturen“ mit groben Vereinfachungen, Falschdarstellungen und Stereotypen.

Ich kritisiere die gezielt übertriebene Darstellung von Männern als Gewalttäter und Wurzel allen Übels. Im Gegensatz zu den karikierten Feministinnen wird das von der breiten Bevölkerung aber für bare Münze genommen.

Nicht nur Männer, sondern auch viele Frauen hätten ein solches Bild von Feministinnen, wodurch auch ein Keil zwischen Frauen getrieben werde: „Wir kämpfen nicht mehr füreinander und werden argwöhnisch: Haben wir jetzt eine Emanze vor uns oder eine ‚normale’ Frau?“

Dass sich diese Frage überhaupt stellt, beweist für Harrer die Wirksamkeit des Strohfeminismus. Auf eine Art, meint sie, könne man das sogar mit der mittelalterlichen Hexenverfolgung vergleichen

Systematische Hetzjagden auf Feministinnen mit anschließender Reinigung auf dem Scheiterhaufen. Der Vergleich mit Juden wäre vermutlich zu auffällig gewesen? Ich verstehe langsam warum Opfer-Abo das Unwort des Jahres 2012 war.

Für die Kulturwissenschaftlerin ist Straw Feminismus also ein Mythos, der dazu dient, die Bezeichnung Feminismus negativ aufzuladen: „Die Grundlage dafür ist, dass von einer Welt ausgegangen wird, in der alle bereits gleichberechtigt sind.“ Dies sei in der westlichen Gesellschaft zwar auf der rechtlichen Ebene bereits der Fall, jedoch nicht auf der sozialen.

Tja äh – nein! Auf rechtlicher Ebene sind Männer nicht gleichberechtigt und sozial schon gleich zwei mal nicht. Alleine dadurch entbehrt die feministische Selbstsicht für Gerechtigkeit zu kämpfen jeglicher Glaubwürdigkeit.

In ihrem Video spricht auch Anita Sarkeesian davon, dass sie junge Frauen oft sagen höre: ‚Ich glaube an Gleichberechtigung, bin aber keine Feministin!’

Ich möchte an dieser Stelle diesen Frauen danken. Ihr stärkt meinen Glauben an eine gleichberechtigte Zukunft. Ein faires Miteinander ist auch ohne totalitäre Ideologie möglich. Ich möchte euch sogar ermutigen zu sagen: »Ich glaube an Gleichberechtigung, und bin deshalb keine Feministin!«

Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass Feminismus kein Label ist, das nur Frauen beschreibt, sondern vielmehr das gelebte Bewusstsein von Gleichgerechtigkeit. Jeder Mensch kann sich damit identifizieren – egal ob männlich oder weiblich.

Ok – es ist für euch wichtig. Ich verstehe es aber nicht! Eine Ideologie die rücksichtslos gegenüber Jungen und Männer agiert während sie Privilegien für Frauen fordert hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Aber vielleicht erbarmt sich ja doch mal eine Feministin, entgegen der eigenen Doktrin, und erklärt mir warum ich mir das Label Feminismus anheften soll und vor allem was daran erstrebenswert ist.

Ich frage mich gerade ernsthaft ob wir es mit einem anti-feminismuskritischen Backlash zu tun haben. Der Kampfbegriff Feminismus verliert zunehmend an Glanz und immer mehr Menschen stören sich an den Widersprüchen zwischen Anspruch und Realität. Getreu feministischen Denkens liegt die Schuld natürlich nicht im Feminismus selbst begründet sonder kann nur durch übermächtige und unterdrückende Kräfte hervorgerufen worden sein. In dem Zusammenhang habe ich eher das Gefühl es mit kleinen Kindern statt mit starken und selbstbewussten Frauen zu tun zu haben.

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8 Kommentare zu “Das F-Wort – Nachtrag zum heutigen Blogpost

  1. Der Gender Pay Gap ist eine Zahl die sich bei genauem hinsehen bis auf die Fehlertoleranz bereinigen lässt. […] Umgekehrt sieht es mit der Gleichberechtigung deutlich schlechter aus. Jungs sind nachweislich die Bildungsverlierer und die Krankenfürsorge für Frauen ist deutlich weiter als die für Männer.

    Ich denke das ist so kein fairer Vergleich. Wenn du den absoluten Vergleich beim Pay Gap ablehnst, kannst du nicht im Gegenzug aus Bildung und Fürsorge (die ebenfalls nur Absolutzahlen abdecken) eine Diskriminierung folgern. Da könnte man entgegnen, dass Mädchen in der Schule eben fleissiger sind. Und wie viel Kinder lernen kann man ja analog als ihre freie Entscheidung bezeichnen (oder die ihrer Eltern).

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    • Die Krebsvorsorge für zum Beispiel Brust- oder Eierstockkrebs ist fortschrittlich und wird – zurecht – jeder Frau regelmäßig empfohlen. Empfehlungen für routinemäßige Untersuchungen auf Hoden- oder Prostatakrebs gibt es nicht. Ebenso sind die Anstrengungen in der Forschung vergleichsweise gering. Wir sprechen hier also von komplett unterschiedlichen Voraussetzungen die sich problemlos vergleichen lassen.

      Wenn bei Mädchen Defizite in Mathematik festgestellt werden umfangreiche Förderungen angestrengt. Bei der Sprachschwäche der Jungs müssen die halt fleißiger sein. Es geht nicht nur um Ergebnisse sonder insbesondere um die Reaktion darauf.

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    • Jungen bekommen für die gleiche Leistung nachweislich schlechtere Noten und bei gleichen Noten seltener eine Gymnasialempfehlung. Hier erstmal zu den Schulnoten:

      Während Jungen im Vergleich zu ihren Leistung zu schlechte Noten erhalten, erhalten Mädchen im Vergleich zu ihren Leistungen zu gute Noten.

      dort weiter:

      Und moralisch tun sich Abgründe auf, denn Staatsfeministen schrecken nicht davor zurück, individuelle Lebensläufe und Karrieren der eigenen Wahnvorstellung, die im Staatsfeminsmus auch gerne als Utopie bezeichnet wird, zu opfern.

      Beide Zitate aus:

      http://sciencefiles.org/tag/bildungsbenachteiligung-von-jungen/

      Wer es wissen will, der kann es wissen. Feministinnen wollen es nicht wissen und wenn sie es wissen ist es ihnen herzlich egal!

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  2. Ich haben Ihren Blogbeitrag mit großem Interesse gelesen und da wir auf eine vielseitige Berichterstattung Wert legen, wollten wir uns erkundigen, ob Sie an einem Gastkommentar auf mokant.at interessiert wären. Für weitere Informationen kontaktieren Sie mich bitte per Email!

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  3. Pingback: Das F-Wort – Teil 2 | too long; didn’t read

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