Selbstständige Mütter nach der Scheidung

Vor einigen Tagen hatte Arne ein tolles Fundstück bei der Zeit: Was will der Kerl?

Was auf den ersten Blick tragisch komisch wie die verzweifelte Suche nach Antworten aussieht lässt einem auf den zweiten Blick das Lachen im Halse stecken.

So einfach ist das: Feministinnen kennen die Frauen sehr wohl, warten aber auf Antworten der Männer.

Elisabeth Raether

Man kommt sich vor wie der sprichwörtliche Rufer in der Wüste.

Facepalm

CC BY-NC 2.0 by Alex E. Proimos

Die Liebe bestimmt heute unsere Beziehungen, unseren Alltag. Wir leben in den allermeisten Fällen mit den Menschen zusammen, die wir lieben. […] Wie soll der Feminismus also zerstört haben, was blüht wie nie?

Wider dem Feminismus. Nicht hinter jedem Mann verbirgt sich ein Triebtäter oder rücksichtslos prügelnder Patriarch. Was in den vergangenen 100 Jahren konnte die Gesellschaft so spalten wie das Vorantreiben einseitiger Gesetze? Ja natürlich wurden auch solche Gesetze abgeschafft. Wir haben längst ein allgemeines politisches Wahlrecht. Auch darf kein Ehemann mehr Einspruch einlegen wenn seine Frau arbeiten will. Und längst gibt es ein Wahlrecht zu Frauenbeauftragten Gleichstellungsbeauftragen nur für Frauen. Außer dem Namen änderte sich ja nix. Von Frauenquote und Ergänzenden Leistungen nach SGB IX Abs. 1 haben sie bestimmt noch nichts gehört. Und die Wehrpflicht… Lassen wir das.

Vor ein paar Jahrzehnten waren Kinder noch familiäre wie gesellschaftliche Randfiguren, galten vielen als Quälgeister, die am Katzentisch essen mussten.

Heute dürfen sie am Tisch mit den Großen sitzen. Schicke Accessoires zum Preis eines Einfamilienhauses.  Welch Errungenschaft, Erziehung in Reproduktionsarbeit umzutaufen. Natürlich die am schlechtesten bezahlte Arbeit der Welt. Müttern will ja keiner einen gerechten Lohn zahlen. Von der Waffe Sorgerecht oder vielmehr Umgangsrecht will ich an dieser Stelle gar nicht erst anfangen. Wenn heute von Kinder gesprochen wird ist eigentlich Geld gemeint. Schöne neue Kinderwelt.

Der Feminismus von heute mag Sex und Männer und schlägt nicht die Schlachten der 1970er Jahre. Er prangert an, was sich in bald 50 Jahren nicht verändert hat: etwa die ökonomische Benachteiligung der Frauen.

Deswegen brauchen wir auch noch mehr Gender-Mainstream. Frauenquote und Rückkehrrecht auf Vollzeit. Ich zitiere Dagmar Deckstein aus der EMMA:

Frauen verdienen vor allem deshalb schlechter, weil ihre Berufsbiografien anders verlaufen. Weil sie geringer bezahlte Berufe wählen und seltener Karriere machen. Weil sie oft lange Kinderpausen machen, und danach lieber – oder auch nur aus Not, weil keine Kita-Plätze vorhanden sind – in Teilzeitjobs arbeiten.

Ja, Das ist unfair. Eine Lösung auf Kosten der Männer wird die Zerwürfnisse nur voran treiben. Auch Männer werden ökonomisch benachteiligt. Die Zahl der unter dem Selbstbehalt lebenden Männer steigt dramatisch. Natürlich nur weil die Männer zu faul sind sich einen zweiten Job zu suchen. Mitnichten werden Frauen einfach so zur Selbständigkeit gezwungen. Oft wird der Betreuungs- oder Ehegattenunterhalt bis auf weiteres fristlos festgelegt.

Stattdessen zahlt der Staat ihnen Betreuungsgeld und raubt ihnen mit dem Ehegattensplitting den Lohn.

Stattdessen soll Sie also den maximal möglichen Lohn aus ihrer Teilzeitstelle beziehen während er dadurch größere Einbußen hinnehmen muss als sie hinzu gewinnt? Ich wäre nicht begeistert wenn das Familieneinkommen insgesamt sinken würde.

Was ist eigentlich mit den Männern und ihrem Mut zu Familie und Verbindlichkeit? Diese Frage taucht in Mariam Laus Text gar nicht auf.

Die gibt es. Heldenhafte Mannen die sich mutig ins Abenteuer »bis dass der Tod euch scheidet« stürzen. Dazu ist noch nicht einmal ein Trauschein notwendig. Über 90-95% alleinerziehende Mütter  und Scharren von Männern die um ihr Umgangsrecht kämpfen müssen. Verbindlich ist nur der erwartete Betrag der Unterhaltszahlung.

Aber eine gründliche Befragung zur Kinderlosigkeit von Männern gibt es vor allem deshalb nicht, weil der kinderlose Mann im Gegensatz zur kinderlosen Frau keine Sozialfigur ist, an der andere sich pausenlos abarbeiten dürfen.

Bis vor kurzem durften Männer ihren Dienst an der Gesellschaft mit Wehr- und Zivildienst ableisten. Frauen wurden ja wegen ihres Dienstes in Form von Kindern und Erziehung freigestellt. Man könnte also von Fahnenflüchtigen sprechen. Obwohl das Abenteuer Eltern längst nicht so lebensgefährlich ist wie der Dienst an der Waffe.

Beharrlich verweigern Männer sich immer noch dem Gespräch über ihre eigene Rolle.

Tun sie nicht. Außerdem dachte ich Rollen sind Stereotypen und sowieso nur konstruiert? Aber warum suchen sie nicht einfach mal. Nein nicht die Männer die sowieso nur das nach quäken was ihnen von den starken und selbstbewussten Frauen souffliert wird.  Nur keine Schau. Die ganz normalen Männer auf der Straße beißen wirklich nicht. Und wenn die zu langweilig sind finden sich sicher auch andere kontrovers diskutierte Exemplare vom Typus Mann.

Die letzten Jahrzehnte aber hat die Frau sich die Finger wund geschrieben darüber, was sie will und was sie nicht will: kein Frauenthema, zu dem es noch kein Buch gibt. Es wäre also an der Zeit, die Gegenfrage zu stellen: Was will denn der Mann?

Das Gleiche wie Frauen. Gleiche Rechte und vor allem gleichberechtigte Teilhabe.

Am 29. Mai ist der sogenannte Herrentag. Ein schöner Anlass, statt Bier zu trinken und den Bollerwagen durch die Gegend zu ziehen, ein paar Antworten zu geben.

Gerne. Mann kann nur hoffen auch gehört zu werden.

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