equal pay day ,- 2014

equal pay day ,-.

BPW Germany e.V.

Die Legende der um 22% schlechter bezahlten Frauen erfreut sich nachhaltiger Beliebtheit. Auch wenn die Erkenntnis langsam durchsickert – hindert das unsere Medien nicht daran tendenziös zu titeln.

Die statistische Auswertung zum Gender Pay Gap wird regelmäßig auf destatis.de anlässlich des epd.- veröffentlicht:

Pressemitteilung equal pay day
21.03.2012 23.03.2012
19.03.2013 21.03.2013
18.03.2014 21.03.2014

Das Statistische Bundesamt ist eine selbstständige Bundesoberbehörde und untersteht dem Bundesministeriums des Innern. Der epd,- wurde hingegen vom Business and Professional Women – Germany e.V. initiiert und wird von Logib-D unterstützt. Für Logib-D wiederum zeichnet sich das BMFSFJ verantwortlich.

equal pay day – Ziele und Visionen

Das Datum des Aktionstags markiert den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen.

Das klingt wahnsinnig symbolträchtig. Und das ist es auch in der Tat. Der Gender-Pay-Gap berechnet sich nämlich wie folgt:

Ø Bruttostundenlohn der Männer
–     Ø Bruttostundenlohn der Frauen
=    Lohnlücke (unbereinigt) i.H.v. 22%

Gesamt:
Ø Bruttostundenlohn der Männer : 19,84 €
Ø Bruttostundenlohn der Frauen : 15,56 €
= 22%

Ohne Auszubildende, Altersteilzeitbeschäftigte und geringfügig Beschäftigte:
Ø Bruttostundenlohn der Männer : 21,10 €
Ø Bruttostundenlohn der Frauen : 16,94 €
= 20%

Vollzeit:
Ø Bruttostundenlohn der Männer : 21,44 €
Ø Bruttostundenlohn der Frauen : 17,72 €
= 17%

Teilzeit:
Ø Bruttostundenlohn der Männer : 16,75 €
Ø Bruttostundenlohn der Frauen : 16,03 €
= 4%

Das sind komplett unbereinigte Zahlen. Der zu den 22% vergleichbare GPG liegt bei maximal 7%. Maximal deshalb weil es weitere Faktoren gibt die sich aus dem statistischen Material nicht berechnen lassen.

Nähres dazu als STAT-Magazin Beitrag.

Dürfen die überwiegend schlecht bezahlten Teilzeitkräfte eigentlich schon Mitte Januar »feiern«?

Leitthema 2014

Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen

Auf dem Statistik-Portal finden sich Zahlen zur Beschäftigung von Juni 2013. Die Verhältnisse ändern sich aber nur langsam.

 Einheit:1000 Frauen Männer Gesamt
Vollzeit 7495 34,4% 14278 65,6% 21773
Teilzeit 6018 80,3% 1478 19,7% 7496
GeB aus. (xls) 3162 65,1% 1692 34,9% 4854

Frauen sind in der Gruppe der 25-50 Jährigen überwiegend in Teilzeit und Geringfügiger Beschäftigung tätig. Gerade diese Arten Beschäftigung zeichnen sich häufig dadurch aus, dass keine oder nur geringe Qualifikation erforderlich ist. Die tatsächliche Ausbildung oder gar das abgeschlossene Studium spielen oft keine Rolle und wird entsprechend auch nicht vergütet.

Insbesondere betragen die Verdienstunterschiede innerhalb vergleichbarer Beschäftigung maximal 7%. Bei Teilzeit zum Beispiel dürfte der Wert um die 1% betragen und liegt damit innerhalb der Fehlertoleranz.

Die Forderung »Gleicher Lohn für gleiche Arbeit« ist damit hinfällig. Der Arbeitsmarkt scheint keinen Ausweg zu bieten. Circa 400k gemeldete sowie weitere 450k nicht gemeldete Stellen für den ersten Arbeitsmarkt sind derzeit zu besetzen. Dem stehen über 3 Millionen Arbeitssuchende gegenüber.

Schlecht bezahlte Teilzeit und Geringfügige Beschäftigung ist nicht immer eine freiwillige Entscheidung. Wir haben in Deutschland nicht genug Vollzeit-Arbeit für alle. Ein Rückkehrrecht in Vollzeit wie von Andrea Nahles gefordert ist mit der Arbeitsmarktsituation nicht zu vereinbaren. Ich habe eher die Befürchtung, dass Unternehmen vorhandene Teilzeitstellen streichen, beziehungsweise nicht neu besetzen werden und die Vollzeitbeschäftigen lieber einige Überstunden mehr ableisten lassen. Ein weiterer geringer Effekt kann natürlich sein, dass sich einige vorhandene Vollzeitstellen von Männern auf Frauen verlagern.  Für viele Männer die nach wie vor als Hauptversorger für die Familie oder dank gesteigerter Erwerbsobligenheit viel Einkommen erzielen müssen nur eine weitere Verschlechterung der Situation.

Einfach weiter so?

Das wäre zu einfach und verbessert die Situation weder für Frauen noch für Männer. Der Karriereknick wird überwiegend durch die Erziehungszeit verursacht. Nachwuchs wird zwar von Frauen ausgetragen entsteht aber ausgesprochen selten durch unbefleckte Empfängnis.

Die Konsequenz muss daher sein, Erziehung durch beide Elternteile durchzusetzen. Darunter fällt in erster Linie die restlose Gleichstellung ehelicher und unehelicher Kinder durch grundsätzlich gemeinsames Sorgerecht. Der Staat hat darauf hinzuwirken, dass die Betreuungszeiten zu gleichen Teilen übernommen werden. 50%/50% muss das Ziel sein entgegen der heute üblichen 86%/14% mit jedem zweiten Wochenende. Dazu ein aktueller Bericht von der Väter-Front.

Zusätzlich stellt sich die Frage ob Kinderfreibetrag/Kindergeld sowie Leistungen wie Unterhaltsvorschuss, SGB II und BAföG durch eine allgemeine und gegebenenfalls sogar bedingungslose Grundsicherung für Kinder und Jugendliche in Ausbildung ersetzt werden können. Diese kann zu gleichen Teilen auf Mutter und Vater ausgezahlt werden und würde gleichzeitig eine umfassende Neuregelung des Unterhaltsrechts ermöglichen.

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